TSX-Futures steigen nach Entspannung im Grönland-Konflikt
Die kanadischen Aktienmärkte zeigen sich am Donnerstag von ihrer freundlichen Seite. Nach der Ankündigung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und der NATO zu Grönland legen die Futures des S&P/TSX 60 Index um 0,3 Prozent zu.

Die Futures des wichtigsten kanadischen Aktienindex S&P/TSX 60 stiegen am Donnerstagmorgen um 5 Punkte oder 0,3 Prozent. Der zugrundeliegende S&P/TSX Composite Index hatte bereits am Vortag mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 32.851,53 Punkte geschlossen und damit einen Teil der Verluste vom Dienstag wettgemacht.
Grönland-Einigung sorgt für Entspannung
US-Präsident Donald Trump verkündete einen Durchbruch in den Verhandlungen mit der NATO bezüglich Grönland. Der angekündigte Rahmen für ein "zukünftiges" Abkommen führte dazu, dass Trump seinen Plan zurückzog, ab dem 1. Februar 10 Prozent Zölle gegen acht europäische Länder zu verhängen. Auch die Drohung, Gewalt zur Einnahme der Insel anzuwenden, wurde fallengelassen.
Obwohl Trump keine wesentlichen Details zum Rahmenwerk nannte und lediglich von "zusätzlichen Gesprächen" über den vorgeschlagenen Raketenabwehrschirm "Golden Dome" sprach, beruhigten seine Aussagen die Märkte spürbar. Die Befürchtungen eines Showdowns zwischen den USA und anderen NATO-Partnern schwanden.
Wall Street setzt Erholung fort
Auch die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag von ihrer freundlichen Seite. Die Dow Jones Futures legten um 156 Punkte oder 0,3 Prozent zu, während die S&P 500 Futures um 0,5 Prozent und die Nasdaq 100 Futures sogar um 0,8 Prozent kletterten. Am Vortag hatten sich die amerikanischen Leitindizes bereits deutlich von ihrem größten Rückgang seit Oktober erholt.
"TACO"-Phänomen an der Wall Street
Analysten von Vital Knowledge kommentierten die Entwicklung mit Verweis auf das an der Wall Street etablierte Akronym "TACO" - "Trump Always Chickens Out". Dieser Begriff gewann im vergangenen Jahr an Bedeutung, nachdem der US-Präsident während des Handelskriegs wiederholt Drohungen ausgesprochen und später wieder zurückgenommen hatte. Die Grönland-Situation bezeichneten die Experten als "eine der konstruiertesten und unnötigsten Krisen der Ära Trump 2.0".
Berichtssaison im Fokus
Mit der Entspannung der geopolitischen Lage rückt nun die Berichtssaison für das vierte Quartal in den Mittelpunkt. Am Donnerstag veröffentlichen Unternehmen wie Procter & Gamble und GE Aerospace ihre Zahlen. Der Chiphersteller Intel wird seine Ergebnisse nach Börsenschluss bekannt geben. Die bisher veröffentlichten Quartalsberichte zeigen eine anhaltend robuste Unternehmensgesundheit.
In der kommenden Woche stehen weitere Schwergewichte auf der Agenda. Tech-Giganten wie Microsoft, Meta Platforms und Tesla werden ihre Quartalsergebnisse präsentieren. Investoren erwarten aufschlussreiche Einblicke in die Verfassung der US-Wirtschaft.
Fed-Sitzung steht bevor
Am 28. Januar wird die US-Notenbank Federal Reserve ihre nächste Zinsentscheidung bekannt geben. Die Märkte rechnen allgemein damit, dass die Zentralbank die Leitzinsen unverändert lassen wird. Diese Erwartung stützt die positive Stimmung an den Börsen zusätzlich.
Goldpreis unter Druck
Die nachlassende Nachfrage nach sicheren Häfen stoppte die jüngste Goldrallye. Dies belastete die Aktien der Rohstoffwerte im rohstofflastigen kanadischen Leitindex. Der Edelmetallsektor hatte in den vergangenen Tagen von den geopolitischen Spannungen profitiert und Rekordstände erreicht.
