Trumps Zölle belasten kleine US-Geschäfte
Händler kämpfen mit Importkosten, Kundenpreisen und politischer Unsicherheit

Zwischen Leckerlis und Spielzeugringen spürt Noelie Rickey die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftspolitik hautnah. Gemeinsam mit Geschäftspartnern übernahm sie 2022 das Fachgeschäft „The Dog Park“ in Alexandria, Virginia. Die Anfangszeit war vielversprechend, doch mittlerweile sind die Verkaufszahlen stark gesunken. Rickey nennt mehrere Gründe für die Entwicklung, sieht jedoch in den Zollmaßnahmen von Präsident Donald Trump eine zentrale Ursache. Besonders die stark gestiegenen Zölle auf Importe aus China bereiten ihr Sorgen.
Für viele Produkte in ihrem Sortiment, darunter Hundespielzeug und Leinen, ist China das Herkunftsland. Auch wenn sie bemüht ist, mit nordamerikanischen Händlern zusammenzuarbeiten, stammen viele dieser Artikel indirekt doch wieder aus chinesischer Produktion. Die Einfuhrzölle auf chinesische Waren betragen inzwischen bis zu 145 Prozent. Zwar wurden einige Zölle vorübergehend ausgesetzt, doch insgesamt bleibt die Handelspolitik konfrontativ. Auch Importe aus Nachbarländern wie Mexiko und Kanada unterliegen Sonderzöllen.
Die Belastung trifft kleine Unternehmen wie Rickeys besonders hart. Während große Konzerne wie Walmart oder Amazon ihre Lieferketten flexibel anpassen können, fehlen inhabergeführten Läden häufig die Mittel dazu. Zudem sei langfristige Planung kaum möglich, kritisiert Alexis D’Amato vom Verband Small Business Majority. Die ständigen Änderungen im Zollregime würden vielen Mitgliedern ihres Verbands die Luft zum Atmen nehmen. Für einige könne das sogar existenzbedrohend werden, wie das Beispiel der Unternehmerin Beth Benike aus Minnesota zeige, deren Babyartikel-Importe durch Zollerhöhungen plötzlich massiv teurer wurden.
Auch Rickey stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Bisher hat sie die Preise nicht erhöht, doch das könne sich bald ändern. Ihre Kunden achteten vor allem auf den Preis – in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten sei das entscheidend. Gleichzeitig beobachtet sie einen Rückgang des Tourismus in Alexandria sowie Einschnitte im öffentlichen Dienst, etwa durch Trumps Massenkündigungen in Bundesbehörden. Die Region spüre dies besonders stark.
Um sich breiter aufzustellen, bietet Rickey inzwischen zusätzliche Dienstleistungen an: Neben dem Verkauf von Haustierbedarf betreibt sie eine Tagesbetreuung für Hunde und einen Haustier-Friseursalon. Auch Katzen werden versorgt. Trotz aller Herausforderungen bleibt sie pragmatisch, sieht aber in der Politik der Regierung ein fehlendes Gesamtkonzept. Ihrer Ansicht nach wären Investitionen in Fachkräfte und Infrastruktur zielführender als hohe Zölle.
