Trumps Psychedelika-Dekret löst breite überparteiliche Zustimmung aus
Politiker beider Parteien, Bundesbeamte und Prominente begrüßen Trumps Erlass zur Beschleunigung psychedelischer Therapieforschung.

Präsident Donald Trump hat einen Präsidialerlass (Executive Order) unterzeichnet, der die Forschung zu den therapeutischen Vorteilen von Psychedelika ausweiten und beschleunigen soll. Der Erlass löste unmittelbar breite Reaktionen aus einem ungewöhnlich breiten, überparteilichen Spektrum aus — von republikanischen Senatoren über demokratische Abgeordnete bis hin zu Prominenten.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht vor allem die Versorgung von Kriegsveteranen. Viele Befürworter sehen in psychedelischen Therapien einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von PTBS, psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen — Leiden, unter denen überproportional viele ehemalige Soldaten leiden.
Republikanische Senatoren zeigen geschlossene Unterstützung
Senator Lindsey Graham (R-SC) erklärte seine volle Unterstützung für den Erlass: „Dies ist eine sehr gute Entscheidung von Präsident Trump." Graham betonte, der Erlass werde es ermöglichen, dass alternative Therapien von der FDA zur Behandlung von psychischen Problemen bei Veteranen und anderen Personen zugelassen werden.
Senator Tim Sheehy (R-MT) bezeichnete den Schritt als „gewaltigen Fortschritt für die Gesundheitsversorgung von Veteranen" und als „längst überfällig". Er sprach davon, dass Krieger nach ihrer Rückkehr ihr Leben als Veteranen und nicht als Opfer weiterführen können sollten.
Senator Dave McCormick (R-PA) erläuterte die konkreten Inhalte des Erlasses: Demnach weist dieser das Gesundheitsministerium (HHS) und die FDA an, mit dem Ministerium für Veteranenangelegenheiten sowie dem Privatsektor bei klinischen Studien für experimentelle psychedelische Therapien zusammenzuarbeiten. McCormick verwies zudem auf den Gesetzentwurf S. 4031, den er gemeinsam mit dem demokratischen Senator Ruben Gallego eingebracht hat — ein seltenes Zeichen überparteilicher Zusammenarbeit.
Auch Demokraten signalisieren Zustimmung
Abgeordneter Lou Correa (D-CA) schloss sich der positiven Bewertung an und erklärte: „Präsident Trump und ich sind uns in diesem Punkt einig. Das ist gut für unsere Veteranen." Correa nannte ein breites Spektrum möglicher Anwendungsgebiete, darunter PTBS, psychische Gesundheit, Alkoholismus, Drogensucht und Alzheimer. Er forderte zugleich, die bestehende Einstufung von Psychedelika als gefährliche Substanzen aufzuheben, um die Forschung weiter voranzutreiben.
Abgeordneter Morgan Luttrell (R-TX) sprach von einem „entscheidenden Schritt nach vorn" bei der Erforschung innovativer Behandlungen für die „unsichtbaren Wunden", die viele Veteranen trügen. Luttrell besuchte gemeinsam mit Marcus Luttrell das Weiße Haus anlässlich der Unterzeichnung des Erlasses.
Hintergrund: Psychedelika als Therapieoption
In den USA wird seit Jahren intensiv über den medizinischen Einsatz von Substanzen wie Psilocybin oder MDMA diskutiert. Klinische Studien haben in der Vergangenheit vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von PTBS und Depressionen gezeigt. Bislang gelten viele dieser Substanzen jedoch nach US-Bundesrecht als Drogen der Kategorie I — also als Stoffe ohne anerkannten medizinischen Nutzen und mit hohem Missbrauchspotenzial. Genau diese bundesrechtliche Einstufung erschwert die Forschung erheblich.
Trumps Erlass zielt darauf ab, diese bürokratischen Hürden zu senken und die Zusammenarbeit zwischen Bundesbehörden und dem Privatsektor zu fördern. Für deutsche Beobachter ist der Schritt bemerkenswert: Er zeigt, wie das Thema psychedelische Therapie in den USA zunehmend politischen Mainstream-Status erreicht — und könnte auch internationale Debatten über die Regulierung solcher Substanzen neu befeuern.
