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Trump-Zölle bremsen Temu und Shein aus

Onlinehändler verlieren US-Nutzer und verlagern ihren Fokus zunehmend auf Europa

2 Min
Trump-Zölle bremsen Temu und Shein aus

Die einst rasant wachsenden Onlinehändler Temu und Shein verlieren in den USA massiv an Nutzern. Nach der Einführung hoher Einfuhrzölle auf chinesische Waren durch US-Präsident Donald Trump haben beide Plattformen spürbar an Popularität eingebüßt. Temu etwa verzeichnete zwischen März und Juni einen Rückgang aktiver Nutzer in den Vereinigten Staaten um 51 Prozent auf 40,2 Millionen. Auch Shein musste Einbußen hinnehmen, wenn auch in geringerem Ausmaß: Die Zahl der monatlich aktiven US-Nutzer fiel um 12 Prozent auf 41,4 Millionen.

Zuvor hatten Temu und Shein mithilfe einer Ausnahmeregelung des US-Zollrechts, bekannt als „De minimis“, Waren bis zu einem Wert von 800 Dollar zollfrei in die USA eingeführt. Diese Schlupfregel ermöglichte es den Anbietern, Konkurrenzpreise zu unterbieten und sich durch aggressive Werbung und Direktversand aus China schnell am Markt zu etablieren. Mit Trumps Kurswechsel und der Abschaffung dieser Regelung Anfang Mai jedoch wurde ein Zollsatz von zunächst 90 Prozent und später 30 Prozent auf solche Lieferungen erhoben – mit direkten Folgen für das Geschäftsmodell der Anbieter.

Temu reagierte darauf mit einer strukturellen Änderung: Statt Waren direkt aus China zu verschicken, werden nun nur noch Produkte von US-basierten Herstellern ausgeliefert. Parallel dazu sanken jedoch auch die Werbeausgaben deutlich. Temu kürzte sein US-Marketingbudget in den vergangenen drei Monaten um 87 Prozent, Shein um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit rutschten beide Unternehmen aus den Top 60 der größten digitalen Werbetreibenden in den USA.

Während sich das Geschäftsklima in den Vereinigten Staaten verschlechtert, setzen Temu und Shein zunehmend auf den europäischen Markt. In Deutschland wuchs die Zahl der Temu-Nutzer im Juni um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in Frankreich um 76 Prozent und in Spanien um 71 Prozent. Auch Shein konnte in Großbritannien, Deutschland und Frankreich Zuwächse zwischen 13 und 20 Prozent verzeichnen.

Dennoch könnten neue Hürden bevorstehen. Die EU plant eine Einfuhrgebühr von zwei Euro auf kleine Pakete aus Drittstaaten, und auch Großbritannien denkt über eine Anpassung der eigenen Zollregelungen nach. Beide Unternehmen äußerten sich nicht zu den aktuellen Geschäftszahlen. Temu betonte jedoch, man arbeite zunehmend mit lokalen Händlern zusammen und biete mittlerweile in über 20 Märkten einen Zugang zum eigenen Marktplatz.

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