Trump-Xi-Gipfel: China signalisiert Interesse an mehr US-Energiekäufen
Nach mehr als zweistündigem Gipfel in Peking stellen US-Beamte verstärkte chinesische Käufe von amerikanischem Öl und Gas in Aussicht.

Nach dem Treffen der Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping in Peking haben US-Beamte eine Ausweitung chinesischer Energiekäufe aus den USA in Aussicht gestellt. Das Weiße Haus teilte nach dem mehr als zweistündigen Gipfel am Donnerstag mit, Xi habe Interesse am Kauf von mehr US-Öl bekundet. Als Begründung nannte Peking den Wunsch, die Abhängigkeit von der strategisch sensiblen Straße von Hormus zu verringern.
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte gegenüber dem Sender CNBC, dass verstärkte Energiekäufe Pekings ein Gesprächsthema gewesen seien. Er bezeichnete die Förderung aus Alaska als „naheliegende" Option für China. Konkrete Details oder verbindliche Vereinbarungen wurden jedoch noch nicht bekanntgegeben.
Bemerkenswert ist, dass die chinesischen Staatsmedien in ihren Zusammenfassungen des Treffens keine Energiekäufe erwähnten. Das chinesische Außenministerium reagierte auf eine Anfrage zur Stellungnahme nicht. Dies verdeutlicht, wie unterschiedlich beide Seiten die Ergebnisse des Gipfels nach außen kommunizieren.
Handelskrieg belastet Energiebeziehungen
Der Donnerstag war der erste Tag eines zweitägigen Gipfels, der laut chinesischen Staatsmedien die Weichen für die künftigen Beziehungen beider Länder neu stellen soll. Neben Energie wurden auch chinesische Käufe von US-Agrarprodukten als mögliche Bestandteile eines Abkommens genannt. Konkrete Vereinbarungen stehen jedoch noch aus.
Hintergrund der stockenden Energielieferungen ist der laufende Handelskrieg zwischen beiden Ländern. China hat seit Mai 2025 kein US-Öl mehr importiert, was auf Zölle in Höhe von 20 Prozent zurückzuführen ist, die während des Handelskonflikts eingeführt wurden. Experten gehen davon aus, dass eine Aufhebung dieser Abgaben die Voraussetzung für eine großflächige Wiederaufnahme der Käufe wäre.
Selbst zu Spitzenzeiten spielten die USA als Rohöllieferant für China nur eine untergeordnete Rolle. Die chinesischen Importe von US-Öl erreichten im Jahr 2020 mit rund 395.000 Barrel pro Tag ihren Höchststand – das entsprach knapp unter vier Prozent der gesamten chinesischen Ölimporte. Bis 2024, noch vor Trumps Rückkehr ins Amt, war dieser Wert bereits auf 193.000 Barrel pro Tag mit einem Gesamtwert von sechs Milliarden US-Dollar gesunken.
Flüssigerdgas und weiterer Handelsmechanismus im Fokus
Auch im Bereich Flüssigerdgas (LNG) zeichnen sich mögliche Fortschritte ab. Der Vorsitzende des staatlichen chinesischen Ölkonzerns CNPC, der über langfristige Verträge mit US-amerikanischen LNG-Produzenten verfügt, wurde am Donnerstag zu einem Bankett für die US-Delegation in Peking erwartet.
Parallel dazu berichtete Reuters, dass die USA und China noch in dieser Woche einen Handelsmechanismus für nicht sensible Güter anstreben. Dabei könnte jede Seite Waren im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar identifizieren, für die Zölle gesenkt werden könnten. Dies würde einen bedeutenden Schritt zur Entspannung des seit Monaten schwelenden Handelskonflikts darstellen.
Für Anleger und Märkte bleibt die Entwicklung der sino-amerikanischen Handelsbeziehungen ein zentrales Thema. Sollten konkrete Vereinbarungen über Energiekäufe und Zollsenkungen folgen, könnte dies sowohl den Energiemärkten als auch dem breiteren Handelsumfeld wichtige Impulse geben.
