Trump will deutsche Autobauer in die USA holen
Mit Steuervorteilen und Zöllen drängt er auf Produktionsverlagerung und kritisiert Deutschlands Energiepolitik

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump plant im Falle seiner Wiederwahl, deutsche Autobauer mit Steuervorteilen in die USA zu locken. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia äußerte Trump den Wunsch, dass deutsche Autokonzerne amerikanisch werden und ihre Fabriken in den USA errichten. Hierbei versprach er, Unternehmen in Sonderwirtschaftszonen die niedrigsten Steuern, geringste Energiekosten, minimale Regulierungen und Zugang zu einem großen Markt zu gewähren – vorausgesetzt, sie produzierten vor Ort und beschäftigten US-Amerikaner. Sollten Unternehmen sich gegen eine Verlagerung entscheiden, droht Trump mit hohen Einfuhrzöllen.
Diese Position steht im Zusammenhang mit seiner wiederholten Kritik an der Wirtschaftspolitik seiner demokratischen Herausforderin Kamala Harris. Trump argumentiert, dass ihre Klimapolitik Unternehmen aus den USA vertreiben werde. Ein zentraler Bestandteil seiner Strategie soll ein Industrie-Botschafter sein, der ausländische Unternehmen weltweit davon überzeugen soll, in die USA umzuziehen. Bereits in der Vergangenheit hatte Trump ähnliche Forderungen erhoben, unter anderem im TV-Duell gegen Kamala Harris.
Deutsche Autohersteller sind allerdings schon seit Jahrzehnten in den USA vertreten. BMW produziert in South Carolina, Mercedes in Alabama und Volkswagen in Tennessee. Trotz dieser bestehenden Präsenz wiederholte Trump seine Drohung mit Zöllen für Importe, falls Unternehmen nicht vermehrt in den USA fertigen.
Darüber hinaus griff Trump erneut Deutschland und dessen Energiepolitik an. Er behauptete, Deutschland sei nach einem gescheiterten Ausstieg aus fossilen Energien dazu übergegangen, wöchentlich neue Kohlekraftwerke zu bauen. Dabei verwies er auf den amtierenden Bundeskanzler Olaf Scholz und stellte fälschlicherweise einen Zusammenhang zwischen der Regierungspolitik und einem vermehrten Bau von Kohlekraftwerken her. Diese Behauptungen waren bereits zuvor im Wahlkampf aufgetaucht und hatten Reaktionen aus Deutschland hervorgerufen. Das Auswärtige Amt wies auf der Plattform X darauf hin, dass Deutschlands Energiesystem zu mehr als 50 Prozent auf erneuerbaren Energien basiere und man Kohle- und Atomkraftwerke abschalte, anstatt neue zu errichten. Der Ausstieg aus der Kohleenergie sei bis 2038 vorgesehen.
