Trump verhängt Strafzölle auf deutsche Autoimporte
Milliardenschäden, Arbeitsplatzverluste und schrumpfende Margen bedrohen die deutsche Automobilindustrie

US-Präsident Donald Trump hat neue Strafzölle von 25 Prozent auf Autoimporte in die Vereinigten Staaten angekündigt. Für die deutsche Automobilindustrie bedeutet dies erhebliche wirtschaftliche Risiken. Deutschland gilt als größter Autoexporteur der Europäischen Union in die USA, weshalb Experten einen Milliardenschaden befürchten. Die zusätzlichen Abgaben sollen für alle Fahrzeuge gelten, die nicht in den USA gefertigt werden. Damit trifft die Maßnahme besonders die großen deutschen Hersteller Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz.
Analysten des US-Analysehauses Bernstein gehen davon aus, dass die drei größten deutschen Autokonzerne zusammengerechnet Nettokosten von rund elf Milliarden Euro zu verkraften hätten, sollten die Zölle langfristig Bestand haben. Die Gewinnmargen der Hersteller dürften spürbar sinken. Für BMW prognostizieren die Experten einen Rückgang der Marge um zwei Prozentpunkte, bei Mercedes wären es sogar 2,2 Prozentpunkte. Besonders hart könnte es die Volkswagen-Tochter Porsche treffen, da sie über keinerlei eigene Produktionskapazitäten in den USA verfügt und vollständig auf Importe angewiesen ist.
Auch der gesamte Volkswagen-Konzern steht unter Druck. Die UBS sieht fast 15 Prozent des operativen Ergebnisses gefährdet, da insbesondere margenstarke Modelle betroffen wären. Die Ratingagentur Moody's schätzt, dass selbst ein geringerer Zollsatz von zehn Prozent den Konzern bereits rund zehn Prozent des Betriebsergebnisses kosten könnte. Die Marktforscher von GlobalData weisen darauf hin, dass fast die Hälfte aller in den USA verkauften Fahrzeuge im Vorjahr importiert wurde. Mit einem Exportvolumen von 34 Milliarden Dollar im Jahr 2024 waren die USA das wichtigste Abnehmerland deutscher Autos.
Die Folgen könnten sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die Unternehmensberatung Kearney geht davon aus, dass bis zu 30.000 Arbeitsplätze in der europäischen Autoindustrie bedroht sein könnten. Zwar verfügen deutsche Hersteller über Werke in den USA, etwa Volkswagen in Chattanooga, BMW in Spartanburg und Mercedes in Tuscaloosa. Diese Produktionskapazitäten sind jedoch bislang begrenzt und lassen sich nicht kurzfristig erweitern.
Bereits im vergangenen Jahr war die deutsche Autoindustrie unter Druck geraten. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY wurden 2024 rund 19.000 Stellen abgebaut. Experten warnen vor einem langfristigen Schrumpfungsprozess, der durch die Zölle noch verstärkt werden könnte. Der Verband der Automobilwirtschaft forderte umgehend Verhandlungen zwischen den USA und der EU, um den drohenden Schaden abzuwenden.
