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Trump setzt Börsen unter Druck

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Trump setzt Börsen unter Druck

Neue Drohungen aus Washington haben den deutschen Aktienmarkt gestern ins Minus gedrückt. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Strafzöllen sowie sein Konflikt mit der Notenbank Federal Reserve sorgten für Verunsicherung unter Anlegern. Der DAX fiel zeitweise bis auf 24.036 Punkte und schloss schließlich bei 24.152 Zählern, was einem Minus von 0,5 Prozent entspricht. Auch der MDAX gab nach und rutschte mit einem Rückgang von 0,81 Prozent unter die Marke von 31.000 Punkten.

Für zusätzlichen Druck sorgte Trumps Entscheidung, die Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen. Analysten bewerten dies als weiteren Schritt, mit dem der Präsident die Unabhängigkeit der Zentralbank infrage stellt. Die Aussicht auf eine mögliche politische Einflussnahme verdrängte an den Märkten die erst kürzlich angekündigte Zinssenkung der Fed. Parallel dazu erhöhte Trump den Druck auf China mit der Drohung von Zöllen bis zu 200 Prozent, sollten Lieferungen von Magneten aus seltenen Erden nicht gesichert werden. Auch Länder mit Digitalsteuern stellte er vor die Wahl, ihre Gesetze zurückzunehmen oder mit weiteren Abgaben zu rechnen.

Am Devisenmarkt schwächte sich der Dollar ab, was dem Euro leichte Zugewinne bescherte. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,1657 Dollar gehandelt, nachdem sie am Vortag noch tiefer notiert hatte. Hintergrund waren Befürchtungen, dass eine politische Einflussnahme auf die Fed den Kurs der US-Geldpolitik verändern könnte. Konjunkturdaten aus den USA, darunter schwächere Verbraucherlaune und nur leicht gesunkene Aufträge für langlebige Güter, gerieten dabei in den Hintergrund.

Auch deutsche Exporteure spüren die Folgen des Zollstreits. Laut ifo-Institut haben sich die Exporterwartungen im August spürbar eingetrübt. Der entsprechende Index fiel von minus 0,3 Punkten im Juli auf minus 3,6 Punkte. Unternehmensseitig sorgte die Commerzbank für Schlagzeilen: Nach einer Herabstufung durch die Bank of America verloren die Aktien fünf Prozent. Deutlich besser lief es für Siemens Energy, das von Spekulationen um einen möglichen Aufstieg in den Eurostoxx 50 profitierte.

An der Wall Street blieben größere Impulse aus. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq bewegten sich zur Mittagszeit nur wenig von ihren Vortagesschlüssen. Belastet wurden die Kurse auch dort von den Zolldrohungen und der Sorge um die Fed. Neben den Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgten weitere Nachrichten für Aufmerksamkeit: In der deutschen Autobranche wurden binnen eines Jahres mehr als 50.000 Stellen gestrichen, Mercedes-Benz kündigte den Verkauf seiner Beteiligung an Nissan an, und die Thyssenkrupp-Tochter TKMS steht in Kanada im Rennen um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag.

Auch abseits der Industrie gab es Bewegung. Borussia Dortmund verlängerte den Vertrag mit Trainer Niko Kovac bis 2027, während die Staatsanwaltschaft gegen den Agrarhändler BayWa wegen mutmaßlich geschönter Bilanzen ermittelt. Zudem untersagte das Landgericht Frankfurt Apple die Werbung mit CO2-Neutralität für Smartwatches. Der US-Konzern erwägt laut Medienberichten gleichzeitig Übernahmen im Bereich Künstliche Intelligenz.

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