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Trump plant Zinsdeckel: Bankaktien brechen weltweit ein

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kreditkartenzinsen auf 10% zu begrenzen, löst heftige Turbulenzen aus. Bankaktien weltweit geben deutlich nach, während alternative Kreditanbieter profitieren.

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Trump plant Zinsdeckel: Bankaktien brechen weltweit ein

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Freitag über Truth Social eine drastische Maßnahme angekündigt: Ab dem 20. Januar soll eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen bei 10% gelten. Die Reaktion der Finanzmärkte ließ nicht lange auf sich warten – am Montag brachen Bankaktien weltweit ein.

Massive Verluste im Bankensektor

Europäische Banken traf es besonders hart. Der STOXX 600 verlor 0,2%, während Bankwerte um 1,1% einbrachen. Die britische Barclays musste einen Kurssturz von 4,5% hinnehmen und erreichte den tiefsten Stand seit fast einem Monat. Für Barclays sind die US-Kreditkartenaktivitäten mit rund 11% der Gewinne ein wichtiges Standbein.

Auch US-Finanzwerte gerieten massiv unter Druck. JPMorgan Chase und Bank of America verloren im vorbörslichen Handel jeweils rund 2,5%. Citigroup brach sogar um bis zu 4,2% ein, Wells Fargo gab 2,2% nach. Die durchschnittliche Kreditkartenzinsrate liegt in den USA derzeit bei etwa 19,65% – Trumps geplante Deckelung würde diese mehr als halbieren.

Kreditkartenanbieter besonders betroffen

Die härtesten Verluste mussten Kreditkartenanbieter und spezialisierte Finanzdienstleister verkraften. American Express verlor bis zu 4,8%, während Synchrony Financial, Bread Financial und Capital One zwischen 8% und 11,6% einbüßten. Selbst Zahlungsabwickler wie Visa und Mastercard gaben um etwa 2% nach.

Kreditkarten gelten als eine der teuersten Kreditformen, da sie unbesichert sind. Banken verlangen hohe Zinsen, um das Ausfallrisiko zu decken – manche Karten haben Zinssätze von bis zu 30%. Eine Deckelung auf 10% würde einen wichtigen Einnahmestrom massiv beschneiden.

Alternative Kreditgeber als Profiteure

Während traditionelle Banken leiden, profitieren alternative Kreditanbieter von der Ankündigung. Buy-Now-Pay-Later-Anbieter wie Affirm Holdings legten um bis zu 5% zu, Block (Eigentümer von Afterpay) gewann 2,1%. Analysten von Mizuho sehen positive Auswirkungen für BNPL-Anbieter und Privatkreditgeber wie Upstart Holdings, SoFi Technologies und PayPal.

Umsetzung höchst fraglich

Die Mehrheit der Wall-Street-Analysten hält die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung allerdings für gering. Experten von TD Cowen und Jefferies betonen, dass eine solche Deckelung eine Gesetzgebung durch den Kongress erfordert und nicht per Dekret erlassen werden kann. Ähnliche Versuche sind in der Vergangenheit bereits gescheitert.

Auch Analysten von Barclays und Evercore ISI teilen diese Einschätzung. Sie verweisen auf die begrenzte Fähigkeit des Präsidenten, eine solche Maßnahme einseitig durchzusetzen. Finanzgesetzgebung sei generell schwierig und zeitaufwendig.

Warnung vor negativen Folgen

Sollte die Deckelung dennoch umgesetzt werden, befürchten Experten erhebliche negative Auswirkungen. Analysten von Truist Securities schätzen, dass das Kreditkartengeschäft unrentabel werden könnte, insbesondere bei Subprime-Karten für risikoreichere Kreditnehmer.

Banken könnten als Reaktion die Kreditvergabe straffen und Kreditlinien kürzen. Dies würde laut Jefferies den privaten Konsum – einen wichtigen Motor der US-Wirtschaft – schwächen und das BIP belasten. J.P. Morgan-Analyst Vivek Juneja warnt, dass Verbraucher zu noch teureren Schulden bei nicht regulierten Anbietern wie Pfandhäusern oder Kredithaien getrieben werden könnten.

Die Industrie warnte in einer gemeinsamen Erklärung, die Maßnahme würde "Millionen amerikanischer Familien und Kleinunternehmer" schädigen. Verbraucher mit bestehenden Schulden könnten kurzfristig zwar Zinsentlastungen erfahren, langfristig aber den Zugang zu Krediten verlieren.

Weitere Belastungen für die Märkte

Die Marktstimmung wurde zusätzlich durch Spannungen zwischen der US-Regierung und Fed-Chef Jerome Powell belastet. Die Regierung drohte Powell mit einer Anklage wegen Kommentaren zu einem Renovierungsprojekt, was dieser als Versuch wertete, die Zinspolitik zu beeinflussen. Dies führte zu einer Flucht in sichere Häfen – der Goldpreis durchbrach die Marke von 4.600 USD pro Unze.

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