Trump plant hohe Zölle auf Autoimporte
US-Präsident will auch Pharma- und Chip-Industrie mit Abgaben belasten

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass auf den Import von Autos in die Vereinigten Staaten künftig Zölle in Höhe von bis zu 25 Prozent erhoben werden könnten. Diese Aussage traf Trump während einer Pressekonferenz auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida. Konkretere Angaben zu den geplanten Maßnahmen will der Präsident am 2. April machen. Unternehmen, die ihre Fahrzeuge in den USA produzierten, müssten keine Zölle befürchten, erklärte Trump weiter.
Die Vereinigten Staaten erheben derzeit auf Pkw-Importe aus der Europäischen Union einen Zollsatz von 2,5 Prozent, während die EU für Fahrzeuge aus den USA einen Satz von zehn Prozent ansetzt. Trump betrachtet dieses Ungleichgewicht als Benachteiligung der amerikanischen Wirtschaft. In der vergangenen Woche unterzeichnete er ein Dokument zur Vorbereitung reziproker Zölle, die darauf abzielen, die Zollbelastung wechselseitig anzugleichen. So sollen künftig dort Zölle erhöht werden, wo die USA weniger erheben als ihre Handelspartner.
Die deutsche Automobilindustrie könnte von den angekündigten Maßnahmen besonders betroffen sein. Volkswagen hat bereits reagiert und den Dialog mit der US-Regierung gesucht. Konzernchef Oliver Blume erklärte in einem Interview, dass kurzfristig Kontakt mit der neuen Trump-Regierung aufgenommen werde. Deutschland ist als Exportnation auf den Zugang zum US-Markt angewiesen, sodass die geplanten Zölle erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben könnten.
Trump hat neben den Autozöllen auch weitere protektionistische Maßnahmen in Aussicht gestellt. So sollen ebenfalls Zölle auf Pharmazeutika und Halbleiterchips erhoben werden. Der Präsident kündigte an, dass diese voraussichtlich ebenfalls ab April mit einem Satz von 25 Prozent eingeführt werden. Im Verlauf des Jahres sei zudem eine schrittweise Erhöhung nicht ausgeschlossen. Bereits zuvor hatte die US-Regierung Zölle auf Stahl und Aluminium in Höhe von 25 Prozent eingeführt.
Auch Handelsgüter aus den benachbarten Ländern Kanada und Mexiko sind von den neuen Zöllen betroffen. Trump hatte entsprechende Abgaben angekündigt, allerdings einen 30-tägigen Aufschub eingeräumt. Die Handelspolitik des Präsidenten zielt darauf ab, das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten zu verringern und die heimische Produktion zu stärken. Unternehmen, die in den USA produzieren, sollen durch die geplanten Maßnahmen bevorzugt werden. Trump betonte, dass der Zollstreit für die USA notwendig sei, um faire Bedingungen im internationalen Handel zu schaffen.
