Trump ordnet DOJ-Ermittlungen gegen Ölkonzerne wegen Benzinpreisen an
US-Präsident Trump wirft großen Ölkonzernen vor, Preissenkungen nicht weiterzugeben und Kunden zu übervorteilen.

US-Präsident Donald Trump hat das Justizministerium (Department of Justice, DOJ) angewiesen, Ermittlungen gegen große Ölkonzerne einzuleiten. Der Vorwurf: Die Unternehmen geben sinkende Rohölpreise nicht an die Verbraucher weiter und halten die Benzinpreise an den Zapfsäulen künstlich hoch.
„Die großen Ölkonzerne senken ihre Preise an den Zapfsäulen nicht entsprechend den deutlich niedrigeren Preisen, die sie für Öl zahlen. Die Kunden werden ‚ausgenommen'. Ich habe das Justizministerium angewiesen, dies unverzüglich zu untersuchen", schrieb Trump in einem Social-Media-Beitrag am Mittwoch.
Ölpreise unter Druck nach Iran-Friedensabkommen
Hintergrund der Entwicklung ist ein deutlicher Rückgang der Rohölpreise in den vergangenen zwei Wochen. Auslöser war ein Rahmenfriedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder ermöglichte. Die Meerenge ist eine der bedeutendsten Öl-Transitrouten der Welt – ihre Blockade hatte zuvor die globale Rohölversorgung erheblich gestört.
Der Brent-Rohölpreis notiert aktuell rund sechs US-Dollar über dem Niveau, das vor Beginn des Krieges Ende Februar verzeichnet worden war. Auch die US-Benzin-Futures verzeichneten im Juni einen stetigen Rückgang und lagen zuletzt bei 2,9256 US-Dollar pro Gallone.
Die Benzinpreise in den USA waren nach dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran zu Beginn des Jahres auf ein fast Vierjahreshoch gestiegen. Der Konflikt unterbrach die weltweite Rohölversorgung und trieb die Einkaufspreise der lokalen Raffinerien in die Höhe – mit direkten Folgen für die Preise an den Tankstellen.
USA als Nettoexporteur trotzdem betroffen
Bemerkenswert ist, dass selbst der Status der USA als Nettoexporteur von Öl keinen ausreichenden Schutz vor den Preissteigerungen bot. Denn die inländischen Raffinerien sind auf den globalen Rohölmarkt angewiesen und zahlen entsprechend Weltmarktpreise. Steigende internationale Preise schlagen sich daher direkt in höheren Produktionskosten und letztlich in teureren Kraftstoffen für amerikanische Verbraucher nieder.
Trumps Anweisung an das Justizministerium ist ein ungewöhnlicher Schritt und signalisiert politischen Druck auf die Energiebranche. Ob und welche konkreten rechtlichen Schritte folgen, bleibt abzuwarten. Für Anleger im Energiesektor könnte die Ankündigung jedoch kurzfristig für Unsicherheit sorgen, da staatliche Ermittlungen gegen Ölkonzerne deren Geschäftsmodell und Preisgestaltung unter öffentliche Beobachtung stellen.
