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Trump-Kryptofirma World Liberty Financial erhält vorläufige Bankgenehmigung

Die Treuhandgesellschaft der Trump-Familie bekommt grünes Licht vom OCC – und will damit ihren Stablecoin USD1 reguliert ausgeben.

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Trump-Kryptofirma World Liberty Financial erhält vorläufige Bankgenehmigung

World Liberty Financial, das Krypto-Flaggschiff-Unternehmen der Trump-Familie, hat einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein erreicht. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erteilte der zugehörigen Treuhandgesellschaft eine vorläufige bedingte Genehmigung zur Gründung einer Bank. Nach der endgültigen Zulassung wird World Liberty Trust als national zugelassene Treuhandbank unter Bundesaufsicht agieren.

Die Lizenz eröffnet dem Unternehmen konkrete Möglichkeiten im Bereich digitaler Vermögenswerte. World Liberty darf damit künftig USD1 – den im vergangenen Jahr eingeführten, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin – ausgeben, zurückzunehmen und zu verwahren. Der Stablecoin weist derzeit einen Marktwert von rund 4 Milliarden US-Dollar auf. Seine Reserven werden gegenwärtig beim Krypto-Verwahrer BitGo gehalten.

Vor der Aufnahme des operativen Betriebs muss das Unternehmen jedoch noch eine Reihe von Bedingungen erfüllen und sich einer abschließenden Prüfung durch das OCC unterziehen. Die Genehmigung ist damit noch nicht endgültig – sie markiert aber einen klaren Schritt in Richtung regulierter Bankstatus.

Was ist eine Treuhandbank?

Treuhandbanken unterscheiden sich grundlegend von klassischen Vollbanken. Sie dürfen in der Regel keine Einlagen entgegennehmen oder Kredite vergeben. Ihr Tätigkeitsfeld konzentriert sich stattdessen auf Verwahrungs- und Treuhanddienstleistungen – ein Modell, das sich für Krypto-Unternehmen als attraktiver Einstieg in das traditionelle Finanzsystem erwiesen hat.

Das OCC unter der Leitung von Jonathan Gould hat zuletzt mehrere auf Kryptowährungen spezialisierte Treuhandbanken genehmigt. Diese Entwicklung verschafft Krypto-Unternehmen einen breiteren Zugang zum regulierten Finanzsystem der USA – ein Trend, der die zunehmende Akzeptanz digitaler Vermögenswerte im institutionellen Umfeld widerspiegelt.

Präsident Trump und seine beiden Söhne waren Ende 2024 an der Gründung von World Liberty als Projekt im Bereich der dezentralen Finanzmärkte (DeFi) beteiligt. Das Unternehmen sollte ursprünglich Dienstleistungen in den Bereichen Kreditaufnahme, Kreditvergabe und Handel anbieten. Diese Funktionen sind bislang jedoch noch nicht verfügbar.

Politischer Gegenwind durch Interessenkonflikte

Die Bankgenehmigung fällt in eine politisch heikle Phase. Trumps Gewinne aus Memecoin- und Krypto-Projekten in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar sind zum größten Hindernis für die Verabschiedung eines wegweisenden Gesetzentwurfs geworden, der einen umfassenden Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte schaffen soll.

Der sogenannte Clarity Act ist ins Stocken geraten. Teilweise liegt das an Unstimmigkeiten über Ethik-Klauseln, die es Regierungsbeamten untersagen würden, von digitalen Vermögenswerten zu profitieren. Eine Verfahrensabstimmung über den Gesetzentwurf ist für den 15. September geplant.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Kryptomarkts ist die Entwicklung rund um World Liberty Financial aus mehreren Gründen relevant. Sie zeigt einerseits, wie schnell sich der regulatorische Rahmen für Stablecoins in den USA verändert – und andererseits, wie eng politische und wirtschaftliche Interessen in der Kryptowelt miteinander verflochten sein können. Der USD1-Stablecoin mit einem Marktwert von 4 Milliarden Dollar ist bereits ein bedeutender Akteur im globalen Stablecoin-Markt, der zunehmend auch europäische Regulatoren beschäftigt.

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