Bitdeer Technologies: Aktie bricht nach schwachen Quartalszahlen ein
Verfehlte Erwartungen und eine milliardenschwere Kapitalerhöhung schickten die Bitdeer-Aktie auf Wochensicht fast 20 Prozent ins Minus.

Die Bitdeer Technologies Group (BTDR) hat Anleger in dieser Woche mit einem doppelten Rückschlag enttäuscht. Das Kryptowährungs-Mining-Unternehmen verfehlte im zweiten Quartal 2025 die Analystenschätzungen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis und kündigte gleichzeitig eine potenziell umfangreiche Aktienplatzierung an. Das Ergebnis: Laut Daten von S&P Global Market Intelligence verlor das Papier bis zum frühen Freitagmorgen auf Wochensicht knapp 20 Prozent.
Am Montag veröffentlichte Bitdeer seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2025. Der Umsatz belief sich auf knapp unter 229 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von unter 156 Millionen US-Dollar. Dennoch lagen die Erlöse leicht unter der Analystenprognose von etwas über 231 Millionen US-Dollar.
Beim Ergebnis fiel das Bild noch deutlicher aus. Der ausgewiesene Nettoverlust weitete sich auf über 92 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,37 US-Dollar je Aktie aus. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Defizit noch bei knapp 63 Millionen US-Dollar gelegen. Analysten hatten lediglich einen Verlust von 0,32 US-Dollar je Aktie erwartet. Als Hauptursache für die gestiegenen Verluste nennt das Unternehmen deutlich höhere Betriebskosten, insbesondere bei den Stromausgaben.
Kapitalerhöhung belastet zusätzlich
Kurz nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen sorgte Bitdeer mit einer weiteren Meldung für Unruhe. Das Unternehmen gab in einer Mitteilung an die Aufsichtsbehörden bekannt, Stammaktien der Klasse A im Wert von bis zu 1 Milliarde US-Dollar im Rahmen eines sogenannten At-the-Market-Angebots öffentlich platzieren zu wollen. Bei einem solchen Verfahren werden Aktien direkt über die Börse verkauft, was bestehende Aktionäre verwässert und den Kurs typischerweise unter Druck setzt.
Positiv zu vermerken ist, dass Bitdeer von der fortlaufenden Skalierung seiner Cloud-Umsätze im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie von Verbesserungen in seiner Mining-Flotte profitierte. Das Unternehmen befindet sich mitten in einem strategischen Wandel: vom reinen Krypto-Miner hin zum Betreiber und Vermieter moderner Rechenzentren für KI-Anwendungen – ein Geschäftsmodell, das derzeit in der Branche stark an Popularität gewinnt.
Milliardendeal mit KI-Infrastrukturunternehmen Volta
Bereits in der vergangenen Woche hatte Bitdeer einen bedeutenden Vertrag bekanntgegeben. Das Unternehmen schloss eine Vereinbarung mit dem KI-Infrastrukturunternehmen Volta über die Vermietung von 121 IT-Megawatt für KI-Rechenleistung ab. Die Grundlaufzeit der Vereinbarung beträgt 16 Jahre, der Gesamtwert beläuft sich auf rund 4,7 Milliarden US-Dollar.
Dieser Deal verdeutlicht das Potenzial des eingeschlagenen Weges. Der Haken dabei ist jedoch, dass zwischen der Unterzeichnung eines Großauftrags und den ersten daraus resultierenden Umsätzen erfahrungsgemäß geraume Zeit vergehen kann. Für Anleger, die den Strategiewechsel von Bitdeer grundsätzlich positiv bewerten, könnte der aktuelle Kursrückgang daher eine Gelegenheit darstellen – sofern sie bereit sind, die kurzfristigen Belastungen durch Kapitalerhöhung und verfehlte Quartalsziele zu akzeptieren.
