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Trump-Konten für Kinder: Können sie die Vermögensschere schließen?

Neue US-Sparkonten sollen Millionen Kindern Vermögensaufbau ermöglichen – doch Experten zweifeln an der Wirkung auf die Ungleichheit.

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Trump-Konten für Kinder: Können sie die Vermögensschere schließen?

Die sogenannten Trump-Konten starten am 4. Juli in den USA und versprechen, Millionen von Kindern einen frühen Einstieg in den Vermögensaufbau zu ermöglichen. Das US-Finanzministerium zahlt dabei eine einmalige Summe von 1.000 US-Dollar auf steuerbegünstigte Anlagekonten für Kinder ein, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden. Das Kapital wird in US-Aktienfonds investiert. Experten sind jedoch skeptisch, ob das Programm die tiefe Vermögenskluft in den USA tatsächlich verringern kann.

Die Ausgangslage ist dabei eindeutig: Die obersten 10 Prozent der Amerikaner halten laut Daten der Federal Reserve mehr als 87 Prozent aller Unternehmensanteile und Investmentfondsanteile. Viele Familien – insbesondere einkommensschwache – haben bislang kaum Zugang zu Investitionen am Aktienmarkt. Genau hier sollen die Trump-Konten ansetzen und Möglichkeiten zum Vermögensaufbau bereits in einem sehr frühen Lebensalter anstoßen.

Bis Ende Mai haben Familien bereits fast 6 Millionen Kinder für die neuen Konten angemeldet. Das entspricht laut Madeline Brown, Senior Policy Associate am Urban Institute, einer Washingtoner Denkfabrik, rund 40 Prozent aller anspruchsberechtigten Kinder. Die Anmeldezahlen sind damit beachtlich – doch ob alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen profitieren, bleibt fraglich.

Zusätzliche Mittel für einkommensschwächere Familien

Neben dem staatlichen Startkapital gibt es weitere Fördermöglichkeiten. Kinder im Alter von 10 Jahren oder jünger, die vor dem 1. Januar 2025 geboren wurden und damit keinen Anspruch auf die 1.000-Dollar-Einzahlung haben, können 250 US-Dollar erhalten – sofern sie in einem Postleitzahlengebiet mit einem Medianeinkommen von 150.000 US-Dollar oder weniger leben. Ermöglicht wird dies durch eine Zusage von 6,25 Milliarden US-Dollar des Tech-Unternehmers Michael Dell und seiner Frau Susan.

Laut einer CNBC-Analyse von Daten des U.S. Census Bureau weisen jedoch nur rund 3 Prozent aller Postleitzahlengebiete ein Medianeinkommen von über 150.000 US-Dollar auf. Die Einkommensschwelle ist damit so hoch angesetzt, dass sie faktisch den Großteil der Bevölkerung einschließt. Darüber hinaus haben mehrere Unternehmen zugesagt, die staatliche Einzahlung für Kinder ihrer Mitarbeiter zu verdoppeln, und Philanthropen in verschiedenen Bundesstaaten stellen zusätzliche Mittel für bestimmte Familien bereit.

Hürden bei der Anmeldung könnten Beteiligung bremsen

Ein zentrales Problem sehen Experten im Anmeldeverfahren selbst. Die Registrierung erfordert zwei separate Schritte: Zunächst muss das IRS-Formular 4547 zusammen mit der Steuererklärung für 2025 eingereicht oder über TrumpAccounts.gov ausgefüllt werden, gefolgt von einem separaten Aktivierungsprozess. Laut einem Forschungsbericht des Urban Institute könnte dieses aufwendige Verfahren die Beteiligungsraten – insbesondere bei einkommensschwachen Familien – erheblich senken.

Experten fordern daher eine automatische Anmeldung aller berechtigten Kinder, anstatt auf ein freiwilliges „Opt-in" der Familien zu setzen. Eine frühere Analyse des Aspen Institute kommt zu dem Schluss, dass eine automatische Einrichtung der Konten durch das Finanzministerium maßgeblich dazu beitragen würde, wie viele Kinder – vor allem aus einkommensschwächeren Verhältnissen – tatsächlich von den Zuschüssen profitieren.

Wachsende Ungleichheit durch unterschiedliche Beiträge

Selbst unter denjenigen, die bereits ein Trump-Konto eröffnet haben, dürften die Einzahlungen der Familien je nach Einkommensniveau stark auseinanderfallen. Experten warnen, dass dies die bestehenden Vermögensunterschiede langfristig sogar verschärfen könnte, da die Vorteile des Programms sich bei Haushalten mit höherem Einkommen konzentrieren würden.

Die Prognosen auf TrumpAccounts.gov verdeutlichen das Ausmaß dieser Schere: Ohne weitere Einzahlungen über das staatliche Startkapital hinaus könnten die Konten bis zum Ende der 20er Jahre des Begünstigten auf rund 15.000 US-Dollar anwachsen. Zahlen Eltern jedoch zusätzlich jährlich den Höchstbetrag von 5.000 US-Dollar ein, könnten die Konten auf bis zu 742.000 US-Dollar wachsen. Beide Schätzungen basieren auf einer angenommenen Aktienmarktrendite von über 10 Prozent pro Jahr – ein Wert, der historisch zwar erreichbar war, aber keine Garantie für die Zukunft darstellt.

Das Fazit der Experten ist damit klar: Trump-Konten können einen ersten Schritt in Richtung breiterer Vermögensbildung darstellen, doch ohne strukturelle Anpassungen wie eine automatische Anmeldung und gezieltere Förderung einkommensschwacher Familien dürfte das Programm die Vermögensschere in den USA kaum nennenswert schließen.

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