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Trump kassiert Zollfreiheit für Billigimporte

Auch Handelsabkommen und Strafzölle auf Brasilien und Indien sorgen international für Kritik

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Trump kassiert Zollfreiheit für Billigimporte

Pakete mit geringem Warenwert sind in den USA künftig nicht mehr automatisch zollfrei. Präsident Donald Trump kündigte an, dass ab dem 29. August auch für diese Sendungen Zölle fällig werden. Bisher galt eine Freigrenze von 800 US-Dollar, unterhalb derer keine Aufschläge anfielen – die sogenannte De-minimis-Regel. Diese Maßnahme hatte vor allem internationalen Onlinehändlern wie Temu und Shein zugespielt, die ihre Billigprodukte zollfrei in die Vereinigten Staaten versenden konnten.

Künftig müssen Kunden in den USA für solche Produkte mit Zusatzkosten zwischen 80 und 200 Dollar pro Artikel rechnen. Die Attraktivität von Direktbestellungen bei ausländischen Anbietern dürfte damit deutlich sinken. Bereits im Frühjahr hatte Trump die Zollfreiheit für niedrigpreisige Importe aus China und Hongkong abgeschafft. Seitdem werden auch dort Zölle erhoben, was einige Anbieter zu Preiserhöhungen veranlasste. In der Folge wichen viele Käufer auf andere Herkunftsländer aus.

Gleichzeitig treibt die US-Regierung neue Abkommen mit ausgewählten Staaten voran. Mit Südkorea wurde eine Einigung erzielt: Statt der angedrohten 25 Prozent sollen künftig 15 Prozent Zölle auf Importe aus dem Land erhoben werden. Südkorea sagte im Gegenzug zu, seine Investitionen in den USA zu erhöhen, insbesondere durch den Import von Flüssiggas. Auch mit Thailand, Kambodscha und Pakistan wurden ähnliche Vereinbarungen getroffen. Mit Pakistan sei zudem vereinbart worden, gemeinsam Ölreserven zu erschließen.

Nicht alle Verhandlungen verliefen erfolgreich. Gespräche mit Indien über ein Handelsabkommen blieben ergebnislos. Trump kündigte daraufhin an, dass für Importe aus Indien ab sofort 25 Prozent Zölle gelten sollen. Zugleich kritisierte er die enge militärische Zusammenarbeit Indiens mit Russland sowie dessen Energieimporte aus dem Land.

Mit Brasilien verschärfte die US-Regierung ihre Handelsmaßnahmen deutlich. Auf die meisten Produkte aus dem südamerikanischen Land wird künftig ein Aufschlag von 50 Prozent erhoben. Beobachter vermuten politische Motive, da Trump mehrfach die Einstellung der Strafverfolgung gegen den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gefordert hatte.

Ein weiterer Schwerpunkt der US-Zollpolitik liegt in den Handelsbeziehungen zur EU. Beide Seiten einigten sich zuletzt auf einen Zollsatz von 15 Prozent für den Großteil der Einfuhren. Für Stahl und Aluminium gelten weiterhin 50 Prozent, mit Ausnahmen bei bestimmten Mengen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte das Abkommen scharf. Er bemängelte, Europa sei nicht in der Lage gewesen, von Trump gefürchtet zu werden – dies sei jedoch notwendig, um politische Stärke zu zeigen.

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