Trump fordert Zinsobergrenze für Kreditkarten – Banken wehren sich
US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen auf 10% begrenzen und berichtet von Gesprächen mit Branchenvertretern. Die Bankenlobby warnt vor Kreditverknappung, während die politische Umsetzung fraglich bleibt.

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einer Zinsobergrenze für Kreditkarten bekräftigt und dabei von Gesprächen mit führenden Vertretern der Kreditkartenbranche berichtet. "Ich hatte Anrufe von Kreditkartenunternehmen, von Leuten, die tatsächlich Freunde von mir sind", sagte Trump am Mittwoch in einem Interview mit CNBC. Er forderte die Unternehmen auf, den Verbrauchern "eine Pause zu gewähren", nannte jedoch weder konkrete Firmennamen noch Details zu den Gesprächen.
10-Prozent-Obergrenze als Wahlkampfversprechen
Anfang des Monats hatte Trump bereits eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinssätze von 10% gefordert – ein Versprechen, das er bereits im Wahlkampf 2024 abgegeben hatte. Am Mittwoch präzisierte er, dass er den US-Kongress auffordern werde, der Maßnahme zuzustimmen. Konkrete Details zur Umsetzung blieb der Präsident jedoch schuldig.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund der diesjährigen Kongresswahlen, bei denen Trump unter Druck steht, auf die Sorgen der Wähler hinsichtlich der steigenden Lebenshaltungskosten zu reagieren. Die durchschnittlichen Kreditkartenzinsen in den USA liegen derzeit deutlich über der geforderten 10-Prozent-Marke.
Bankenbranche warnt vor negativen Folgen
Vertreter der Bankenbranche haben sich entschieden gegen die geplante Zinsobergrenze ausgesprochen. Sie argumentieren, dass eine solche Maßnahme den Kreditzugang für normale Verbraucher erheblich einschränken würde. Die Banken befürchten, dass sie bei niedrigeren Zinsen das Risiko nicht mehr angemessen einpreisen könnten und deshalb weniger Kredite vergeben würden.
Wall-Street-Analysten bewerten die Erfolgsaussichten des Vorhabens skeptisch. Sie weisen darauf hin, dass eine Zinsobergrenze eine Gesetzgebung erfordern würde und sowohl demokratische als auch republikanische Abgeordnete in ihrer Unterstützung gespalten seien. Trotz der republikanischen Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses gilt die Verabschiedung als ungewiss.
Parteiübergreifendes Interesse an Zinsbegrenzung
Interessanterweise zeigt sich ein gewisses parteiübergreifendes Interesse an der Bewältigung hoher Kreditkartenzinsen. Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren unterstützte am Mittwoch die Forderung nach einer gesetzlichen Obergrenze und wies die Bedenken der Bankengruppen zurück. "Es muss ein Gesetz verabschiedet werden, um eine Obergrenze für Kreditkartenzinssätze zu erhalten", erklärte Warren.
Die ungewöhnliche Allianz zwischen Trump und progressiven Demokraten wie Warren könnte dem Vorhaben theoretisch mehr politisches Gewicht verleihen. Allerdings bleiben die praktischen Hürden für eine Umsetzung erheblich, insbesondere angesichts des starken Widerstands der mächtigen Finanzlobby.
Auswirkungen auf Verbraucher und Märkte
Sollte die Zinsobergrenze tatsächlich umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen für den US-Kreditkartenmarkt. Millionen von Amerikanern könnten von niedrigeren Zinsen profitieren, gleichzeitig warnen Experten jedoch vor möglichen Nebenwirkungen wie höheren Jahresgebühren oder strengeren Kreditvergabekriterien.
Für die großen Kreditkartenanbieter und Banken würde eine solche Regulierung erhebliche Gewinneinbußen bedeuten. Die weitere Entwicklung dürfte nicht nur die politische Debatte in Washington, sondern auch die Finanzmärkte in den kommenden Wochen prägen.
