Trump bleibt gelassen trotz drohender Autopreissteigerungen
Zölle treffen Verbraucher, Autobauer und internationalen Handel gleichermaßen hart

US-Präsident Donald Trump hat betont, dass ihm steigende Autopreise in den USA infolge neuer Zölle gleichgültig seien. In einem Interview mit dem US-Sender NBC erklärte Trump, er hoffe sogar, dass die Preise steigen würden. Seiner Ansicht nach würden höhere Preise die Verbraucher dazu bewegen, mehr Autos zu kaufen, die in den USA produziert werden. Trump sagte, es gebe ausreichend heimisch gefertigte Fahrzeuge. An Autohersteller, die besorgt auf mögliche Folgen der Zölle blicken, richtete er die Botschaft, dass sie im Falle einer Verlagerung der Produktion in die USA von höheren Gewinnen profitieren könnten.
Hintergrund der Aussagen sind von Trump angekündigte Strafzölle von 25 Prozent auf alle Autos und Autoteile, die nicht in den USA hergestellt wurden. Diese Zölle treten ab dem 3. April in Kraft. Fahrzeuge, die unter das nordamerikanische USMCA-Abkommen mit Kanada und Mexiko fallen, können je nach US-Produktionsanteil von geringeren Zöllen profitieren. Trotz der Ausnahmen dürften die neuen Zölle angesichts globaler Lieferketten auch US-Autobauer belasten. Trump begründet die Maßnahme mit dem Ziel, die heimische Wirtschaft zu stärken und das Handelsdefizit der USA zu verringern.
Branchenexperten und Analysten warnen unterdessen vor erheblichen Preissteigerungen, die vor allem Verbraucher treffen dürften. Laut Schätzungen könnten die Autopreise in den USA im Durchschnitt um sieben Prozent steigen. Damit droht der gesamte Automarkt zu schrumpfen: Statt bisher 16 Millionen könnten künftig nur noch rund 15 Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Die Unsicherheit über die Marktentwicklung ist groß.
Deutsche Autobauer sind besonders betroffen. Audi und Porsche, beide Teil des Volkswagen-Konzerns, verfügen über keine eigenen Produktionsstätten in den USA und müssen daher ihr gesamtes Angebot importieren. Beide Unternehmen prüfen zurzeit Preiserhöhungen, um die Mehrkosten durch die Zölle aufzufangen. BMW hingegen betreibt ein Werk in den USA, will aber vorerst bis Mai auf Preissteigerungen verzichten.
Auch europäische Hersteller wie Ferrari haben bereits reagiert. Der Sportwagenbauer kündigte an, die Preise für seine Fahrzeuge in den USA ab dem 2. April um bis zu zehn Prozent anzuheben. Der französische Zulieferer Valeo plant ebenfalls, die höheren Kosten an die Kunden weiterzugeben. Beobachter befürchten zudem, dass Trumps Zollpolitik den internationalen Handel belasten und das Risiko eines Handelskonflikts weiter verschärfen könnte.
