Trump-Agenda beflügelt US-Fintechs: SoFi und Affirm im Fokus
Präsident Trumps Fokus auf Bezahlbarkeit könnte Fintech-Unternehmen wie SoFi und Affirm gegenüber traditionellen Banken begünstigen. Citi sieht insbesondere Anbieter verbraucherfreundlicher Kredite im Vorteil.

Die politische Agenda von US-Präsident Donald Trump sorgt für eine Neubewertung im amerikanischen Finanzsektor. Laut einer aktuellen Analyse der Investmentbank Citi könnten vor allem Fintech-Herausforderer von Trumps Schwerpunkt auf Bezahlbarkeit profitieren – auf Kosten traditioneller Kreditinstitute.
Fintech-Gewinner der Trump-Agenda
Citi identifiziert mehrere Unternehmen als potenzielle Profiteure: Die "Buy-now, pay-later"-Anbieter Affirm und Klarna sowie die Fintech-Firmen SoFi und Block seien besonders gut positioniert. Auch die Restaurant-Technologieplattform Toast und der E-Commerce-Riese Shopify zählen zu den möglichen Gewinnern.
Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit Trumps Fokus auf bezahlbare Finanzdienstleistungen für Verbraucher und kleine Unternehmen. "Der Populismus nimmt im Zuge des Fokus auf Bezahlbarkeit mit näher rückenden Zwischenwahlen zu", so Citi in ihrer Analyse.
Unterschiedliche Marktentwicklung
Die Kursentwicklung der Fintech-Aktien im Jahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild: SoFi legte beeindruckende 70 Prozent zu, Affirm gewann über 22 Prozent. Block hingegen verlor mehr als 23 Prozent und blieb damit sowohl hinter Konkurrenten als auch dem Gesamtmarkt zurück. Der Nasdaq Composite stieg im Vergleichszeitraum um rund 20,4 Prozent.
10-Prozent-Zinsobergrenze sorgt für Diskussionen
Anfang des Monats forderte Trump eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinssätze von 10 Prozent. Der Vorschlag stieß auf heftigen Widerstand in der Bankenbranche, unter anderem bei Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase. Eine solche Regelung würde das Geschäftsmodell traditioneller Kreditkartenanbieter fundamental treffen.
Zudem unterzeichnete der US-Präsident eine Durchführungsverordnung, die große institutionelle Investoren daran hindern soll, mit privaten Hauskäufern zu konkurrieren. Diese Maßnahme unterstreicht Trumps auf Bezahlbarkeit ausgerichtete Agenda.
Regulatorischer Gegenwind für traditionelle Banken
Während traditionelle Kreditgeber nach Trumps Amtsantritt 2025 zunächst von Erwartungen einer lockereren Regulierung profitierten, könnte sich der Wind nun drehen. Citi erwartet, dass Unternehmen mit kostengünstigeren und benutzerfreundlicheren Kreditinstrumenten oder Dienstleistungen für kleine Unternehmen künftig im Vorteil sein werden.
Die Analysten sehen in der politischen Agenda eine klare Verschiebung zugunsten innovativer Finanzdienstleister, die sich durch niedrigere Kosten und höhere Kundenfreundlichkeit auszeichnen.
