Trade Republic öffnet Zugang zu Private Equity
Anleger können ab einem Euro in nicht börsennotierte Projekte investieren

Trade Republic erweitert sein Angebot und ermöglicht Anlegern erstmals Investitionen in Private Equity. Mit dem Schritt öffnet der Neobroker eine Anlageklasse, die bislang vor allem institutionellen und sehr vermögenden Investoren vorbehalten war. Co-Gründer Christian Hecker präsentierte die Neuerung am Sonntag in einer Keynote, die stark an die Inszenierungen von Apple erinnerte. Hinter ihm prangte der Firmenname, vor ihm ein Publikum von mehr als zehn Millionen Kunden, an die sich das Fintech nun direkt richtet.
In einem rund 13-minütigen Video erinnert sich Hecker an das Jahr 2021, als Trade Republic nach einer Finanzierungsrunde mit über fünf Milliarden Dollar bewertet wurde. Investmentbanker hätten ihn damals mit Angeboten zur Geldanlage kontaktiert. Er habe jedoch feststellen müssen, dass deren Vorschläge kaum etwas mit den Möglichkeiten gewöhnlicher Privatanleger gemein hatten. Daraus entwickelte sich die Vision, Privatanlegern Zugang zu Anlageformen zu verschaffen, die sonst nur einer exklusiven Klientel offenstehen.
Nun können Kunden des Neobrokers Anteile an Unternehmen und Projekten erwerben, die nicht an der Börse gelistet sind – von mittelständischen Firmen bis hin zu Solarparks oder Kitas. Fast 90 Prozent aller Unternehmen befinden sich im Privatbesitz. Trade Republic wirbt damit, dass Investoren nun wie die Superreichen investieren können, und zwar einfach, sicher und mit geringen Einstiegshürden. Möglich ist der Zugang ab einem Euro. Zum Start gibt es eine Sonderaktion: Wer in den ersten 30 Tagen investiert, erhält einen Zuschuss von einem Prozent der Anlagesumme.
Für die Umsetzung arbeitet Trade Republic mit den internationalen Investmentgesellschaften Apollo aus den USA und EQT aus Schweden zusammen. Angaben dazu, welche Fonds zum Start verfügbar sein werden, machte das Unternehmen nicht. Hecker verweist auf mögliche Renditechancen: Private-Equity-Anlagen hätten in der Vergangenheit im Schnitt zwölf Prozent pro Jahr eingebracht. Dem stehen jedoch Risiken gegenüber, da Projekte auch scheitern können.
Ein Vorteil der neuen Anlageklasse sei die geringere Volatilität. Während börsennotierte Werte täglich schwanken, werden private Beteiligungen meist nur einmal jährlich bewertet. Trade Republic will seinen Kunden monatliche Bewertungen sowie die Möglichkeit bieten, Anteile auf einer internen Plattform zu handeln. Ob sich jederzeit Käufer finden, bleibt allerdings offen.
Noch unklar sind die Kosten. Zwar erhebt Trade Republic keine laufenden Verwaltungsgebühren, doch äußerte sich das Unternehmen nicht zu weiteren Kostenpunkten, die in der Branche traditionell hoch ausfallen. Zum Vergleich: Wettbewerber wie Scalable Capital verlangen Verwaltungs- und Performancegebühren.
Die Premiere markiert den Auftakt für weitere Neuerungen. Bereits bis Jahresende will Trade Republic zwei zusätzliche Anlageklassen vorstellen. In einem Monat soll dazu die nächste Keynote stattfinden.
