Trade Republic erweitert sein Angebot für Kunden
Neue Funktionen im Girokonto und anhaltende Kritik am Kundenservice

Trade Republic, ein deutscher Neobroker, hat sich in den letzten Jahren als eine der größten Plattformen für den Handel mit Wertpapieren etabliert. Gegründet 2015 von Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri, hat das Unternehmen mittlerweile acht Millionen Kunden und ist bekannt für seine niedrigen Kosten und die benutzerfreundliche App. Anleger können bei Trade Republic Aktien, ETFs, Derivate, Kryptowährungen und Anleihen handeln. Dabei wird für jede Order eine Fremdkostenpauschale von nur einem Euro fällig, was das Angebot im Vergleich zu traditionellen Banken deutlich günstiger macht. Die Depotführung sowie die Ausführung von Sparplänen sind kostenlos.
Im Jahr 2024 erweiterte Trade Republic sein Angebot um ein Girokonto, das mittlerweile auch Überweisungen, Lastschriften und das Abrufen von Kontoauszügen ermöglicht. Kunden können über die App sowohl Einzahlungen vornehmen als auch Geld in Echtzeit überweisen. Für die Nutzung eines Girokontos bietet Trade Republic mehrere Debitkarten an, darunter auch virtuelle Karten und die klassische Plastikkarte. Die Karte ist jedoch mit einer einmaligen Gebühr verbunden. Zudem können Kunden weltweit kostenlos abheben, solange der Betrag 100 Euro überschreitet. Für Beträge unter 100 Euro fällt eine Gebühr von einem Euro an.
Trotz der vielen attraktiven Angebote gibt es auch Kritik an dem Neobroker. Ein häufig genannter Punkt ist der Kundenservice, der mit dem schnellen Wachstum des Unternehmens offenbar nicht Schritt gehalten hat. Derzeit gibt es keine telefonische Hotline für technische Probleme, stattdessen müssen Kunden über ein KI-unterstütztes Menü ein Ticket erstellen. Beschwerden über verspätete oder unzureichende Rückmeldungen haben in der Vergangenheit ebenfalls für Unzufriedenheit gesorgt. Zudem gab es wiederholt Verzögerungen bei Dividendenzahlungen.
Trade Republic verfolgt einen transparenten Ansatz, wenn es um die Verzinsung des Tagesgelds geht, und passt seine Zinsen regelmäßig an die Vorgaben der Europäischen Zentralbank an. Nachdem die EZB den Einlagenzins im März 2025 erneut gesenkt hatte, reduzierte auch Trade Republic seinen Zinssatz für Tagesgeld von 2,75 Prozent auf 2,5 Prozent. Insgesamt ist der Zins jedoch variabel und wird monatlich angepasst. Sparer können von diesem Zinssatz profitieren, solange ihre Kapitalerträge den Freibetrag von 1000 Euro nicht überschreiten.
Trotz der Kritikpunkte wächst Trade Republic weiter und hat mit der Erweiterung des Dienstleistungsportfolios die Ambition, das traditionelle Bankgeschäft zu revolutionieren.
