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Trade Republic erhält BaFin-Lizenz für eigenen Handelsplatz

Neobroker reagiert auf EU-Verbot und baut Handelsinfrastruktur um – Lang & Schwarz-Aktie bricht ein

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Trade Republic erhält BaFin-Lizenz für eigenen Handelsplatz

Der Berliner Neobroker Trade Republic hat einen wichtigen regulatorischen Meilenstein erreicht. Eine Tochterfirma des Unternehmens erhielt am 23. Januar 2026 von der BaFin die Erlaubnis zum Betrieb eines multilateralen Handelssystems. Damit kann Trade Republic künftig den Wertpapierhandel seiner Kunden selbst abwickeln.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Ab Mitte 2026 verbietet die EU das sogenannte "Payment for Order Flow"-Modell, auf dem bisher ein Drittel der Umsätze von Trade Republic basiert. Bei diesem Modell leitet der Broker Kundenorders an den Düsseldorfer Handelsbetreiber Lang & Schwarz weiter und erhält dafür Rückvergütungen. Kritiker bemängeln, dass dabei nicht immer die besten Konditionen für Kunden im Vordergrund stehen.

Strategischer Umbau mit Branchen-Expertise

Insider bestätigen, dass Trade Republic seine Handelsinfrastruktur derzeit großflächig umbaut. Wie genau die neue Lizenz genutzt wird, bleibt offen. Das Unternehmen diskutiert mehrere Optionen und äußert sich nicht öffentlich zu den Plänen. Klar ist: Für Kunden soll sich nichts ändern – der Umbau betrifft ausschließlich die technische Abwicklung im Hintergrund.

Bereits im Frühjahr 2025 holte Trade Republic Carsten Lütke-Bornefeld an Bord. Der Experte verantwortete jahrelang das Trading-Geschäft bei Lang & Schwarz. Zusammen mit weiteren Mitarbeitern vom Rhein soll er die neue Handelsinfrastruktur in Berlin aufgebaut haben.

Massive Auswirkungen auf Lang & Schwarz

Die Nachricht trifft den bisherigen Partner hart. Die Aktie von Lang & Schwarz verlor am Vormittag knapp 12,5 Prozent. Die Orders von Trade Republic zählen zu den wichtigsten Geschäftssäulen des Düsseldorfer Wertpapierhändlers. Mit dem möglichen Wegfall dieser Erlösquelle steht das Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen.

Trade Republic ist nicht der einzige Neobroker, der sich neu aufstellt. Konkurrent Scalable Capital gründete bereits Ende 2024 gemeinsam mit der Börse Hannover die European Investors Exchange. Die gesamte Branche bereitet sich auf das Ende des lukrativen Payment-for-Order-Flow-Geschäfts vor.

Konsequenzen für Privatanleger

Für die Millionen Trade Republic-Nutzer dürfte sich oberflächlich wenig ändern. Die neue Struktur könnte dem Broker jedoch mehr Kontrolle über die Handelsausführung geben und möglicherweise die Marge verbessern. Ob sich dies in günstigeren Konditionen oder neuen Features niederschlägt, bleibt abzuwarten. Die BaFin-Lizenz verschafft Trade Republic jedenfalls die nötige Flexibilität, um auch nach dem EU-Verbot profitabel zu bleiben.

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