Toyota Industries auf Rekordhoch: Übernahmegebot steigt auf 35 Mrd. Dollar
Die Aktien von Toyota Industries erreichten ein Allzeithoch, nachdem Toyota Motor das Übernahmeangebot um über 15 Prozent auf mehr als 35 Milliarden Dollar erhöhte. Anleger spekulieren bereits auf ein noch besseres Angebot.

Die Aktien des japanischen Gabelstaplerherstellers Toyota Industries sind am Donnerstag auf ein Rekordhoch geklettert. Der Kurssprung erfolgte einen Tag nachdem Toyota Motor den Preis für das Übernahmeangebot deutlich angehoben hatte. Die Papiere stiegen um fast 6 Prozent auf 19.080 Yen und übertrafen damit sogar den revidierten Angebotspreis von 18.800 Yen pro Aktie.
Übernahmeangebot wird deutlich erhöht
Toyota Motor, der weltweit größte Autohersteller nach Umsatz, hat sein Übernahmeangebot für die Konzerngesellschaft von ursprünglich 16.300 Yen auf 18.800 Yen (118,11 Dollar) pro Aktie angehoben. Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 15 Prozent. Mit der erhöhten Offerte im Wert von über 35 Milliarden Dollar treibt der Konzern seine Pläne zur Privatisierung von Toyota Industries voran.
Die ursprüngliche Transaktion war auf 4,7 Billionen Yen angelegt. Dabei sollte Konzernchef Akio Toyoda 1 Billion Yen beisteuern, während Toyota Motor rund 700 Milliarden Yen in stimmrechtslose Vorzugsaktien investieren wollte. Im Dezember hatte Toyota Industries jedoch einen höheren Preis gefordert und argumentiert, das ursprüngliche Angebot liege unter der Bewertungsspanne unabhängiger Berater.
Markt erwartet weitere Preiserhöhung
Dass die Aktien von Toyota Industries über den revidierten Angebotspreis hinaus gestiegen sind, signalisiert die Erwartung der Investoren auf ein noch besseres Angebot. Die Aktien von Toyota Motor legten ebenfalls um über 2 Prozent zu. Toyota Industries, das einst Toyota Motor gründete, produziert neben Gabelstaplern auch Motoren, elektronische Komponenten und Stanzwerkzeuge.
Operative Herausforderungen bei Toyota Motor
Die Übernahmebestrebungen fallen in eine Phase operativer Herausforderungen für Toyota Motor. Die weltweite Produktion sank im November um 5,5 Prozent auf 821.723 Einheiten – der erste Jahresrückgang seit sechs Monaten. Auch die globalen Verkäufe fielen um 2,2 Prozent, wobei besonders China mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen hatte, nachdem die Regierung Kaufsubventionen reduziert hatte.
US-Zölle belasten Geschäftsausblick
Zusätzlichen Druck erzeugen drohende US-Zölle. Toyota Motor prognostiziert eine Belastung von 1,45 Billionen Yen (über 9 Milliarden Dollar) für das im März endende Geschäftsjahr. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter massiv in den US-Markt: Im November kündigte Toyota an, 912 Millionen Dollar in Produktionsstätten in fünf südlichen US-Bundesstaaten zu investieren. Dies ist Teil eines umfassenderen Plans, bis 2030 bis zu 10 Milliarden Dollar in den USA auszugeben.
Die Privatisierung von Toyota Industries würde dem Konzern mehr strategische Flexibilität verschaffen und die Entscheidungsprozesse beschleunigen. Ob das aktuelle Angebot ausreicht oder Toyota Motor noch einmal nachlegen muss, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
