Tesla-Zahlen drücken DAX – Pharma- und Autobranche im Minus
Das Marktupdate von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt gerät ins Straucheln: Die Aktienkurse von Autokonzernen und dem Laborzulieferer Sartorius verzeichnen Verluste und drücken den DAX. Der Elektrofahrzeughersteller Tesla enttäuscht mit seinem Quartalsbericht und sorgt für negative Stimmung im gesamten Autosektor. Auch die Papiere des deutschen Chipherstellers Infineon rutschen ab, da dessen Geschäfte von der Automobilindustrie abhängig sind. Die Profianleger in den USA setzen laut einer Recherche des Handelsblattes zuletzt fast eine Billion Dollar auf fallende Kurse. Besonders hoch sind die Risiken in den Sektoren Technologie, zyklische Konsumgüter und Finanzwerte.
Trotz der aktuellen Negativentwicklung gibt es für Aktionäre auch gute Nachrichten: Sie können für das abgelaufene Geschäftsjahr auf eine Rekordsumme an Dividenden hoffen. Börsennotierte deutsche Unternehmen wollen insgesamt rund 75 Milliarden Euro ausschütten und damit sogar die Bestmarke des Vorjahres noch einmal um neun Prozent übertreffen.
Die Wall Street hält sich derzeit ebenfalls zurück. Das Rätselraten um das weitere Vorgehen der US-Notenbank lässt die Kauflaune schwinden. Der Dow-Jones-Index schließt 0,2 Prozent tiefer, der S&P 500 und der Nasdaq stagnieren. Die Entwicklung der Futures lässt vermuten, dass dieser Trend zur Stagnation zunächst anhält.
Die Pharmabranche und der Autosektor sorgen für eine trübe Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Ein Lichtblick sind jedoch die Erzeugerpreise, die im März im Jahresvergleich nur noch um 7,5 Prozent gestiegen sind, nach 15,8 Prozent im Februar. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Erzeugerpreise sogar um 2,6 Prozent.
Die schlechten Nachrichten aus der Pharma- und Autobranche spiegeln sich in den Geschäftszahlen einiger Unternehmen wider: Der Laborausrüster Sartorius verzeichnet aufgrund von Umsatzeinbußen und höheren Kosten einen Gewinnrückgang. Der Telekomzulieferer Nokia startet überraschend schwach ins Jahr, der Umsatz wächst um zehn Prozent, das operative Ergebnis sinkt jedoch um 18 Prozent. Der Umsatz des Autobauers Renault hingegen wächst im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent.
Im Bereich der digitalen Technologie wird die Idee von Snapchat, digitale Spiegel zur virtuellen Anprobe im Einzelhandel zu etablieren, diskutiert. Die Idee ist, dass Kunden bereits vor der Anprobe in der Kabine eine Liste potenzieller Käufe zusammenstellen können.
