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Tesla-Kontrollbesuche bei Kranken: Musk zeigt sich alarmiert

Kritik an unangekündigten Hausbesuchen und hoher Arbeitsbelastung im Werk Grünheide

2 Min
Tesla-Kontrollbesuche bei Kranken: Musk zeigt sich alarmiert

Elon Musk hat auf Berichte über unangekündigte Kontrollbesuche bei kranken Mitarbeitern des Tesla-Werks in Grünheide reagiert. In einem Beitrag auf seinem Kurznachrichtendienst X bezeichnete ein Nutzer den Krankenstand in der Gigafabrik als ungewöhnlich hoch. Musk antwortete daraufhin: „Das klingt verrückt. Ich werde mich drum kümmern.“ Hintergrund sind Informationen, die auf einer Betriebsversammlung am 19. September präsentiert wurden. Der Krankenstand im Werk Grünheide erreichte im August 17 Prozent, während er im September zwischen zehn und elf Prozent lag. Diese Zahlen bezeichneten die deutschen Tesla-Manager als „inakzeptabel“.

Als Konsequenz führte die Leitung des Werks unangekündigte Hausbesuche durch, um Mitarbeiter mit längeren Fehlzeiten oder auffälligen Krankheitsmeldungen zu überprüfen. Dabei wählte man 30 Mitarbeiter aus, die längere Zeit krankgeschrieben waren oder mehrfach Erstbescheide vorgelegt hatten. Personalchef Erik Demmler erklärte, dass einige Angestellte tatsächlich krank gewesen seien, bei anderen hingegen der Eindruck entstand, dass die Krankheit vorgetäuscht wurde. Das Vorgehen sorgte für kontroverse Diskussionen. Während Experten für Arbeitsrecht wie Rechtsanwalt Till Heimann die Kontrollbesuche als legal einstufen, betonten sie, dass Arbeitnehmer nicht verpflichtet seien, den Arbeitgeber in die Wohnung zu lassen.

Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Dirk Schulze, kritisierte das Vorgehen der Tesla-Führung scharf. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Bundestag, Christian Görke, äußerte sich kritisch gegenüber Musk und betonte, dass „wir hier nicht im Wilden Westen sind“. Der Unternehmer Carsten Maschmeyer meldete sich ebenfalls zu Wort und bezeichnete die Kontrollbesuche als „bodenlos“. Er bezweifelte den Nutzen der Besuche und schlug stattdessen vor, dass Vertrauensärzte die Situation klären könnten, sofern Indikationen für vorgetäuschte Krankheiten vorlägen.

Auch innerhalb des Unternehmens sorgte das Thema Krankenstand für Diskussionen. Mitarbeiter klagen über eine hohe Arbeitsbelastung und gesundheitliche Probleme, insbesondere durch die Abfolge der Arbeitsschichten. Eine Tesla-Mitarbeiterin schilderte, dass auf eine Nachtschicht eine Frühschicht folge, was zu Erschöpfung und Schlafmangel führe. Sie schrieb, dass sie nach einer solchen Schicht auf dem Heimweg am Steuer einschlafe, was ihr große Sorgen bereite. Diese Beiträge fanden Zustimmung bei anderen Kollegen, die ähnliche Erfahrungen teilten.

Tesla-Werksleiter André Thierig äußerte sich zum Krankenstand, ohne jedoch auf das Schichtsystem einzugehen. Er erklärte, dass es keine generellen Vorwürfe gegen kranke Mitarbeiter gebe. Der persönliche Kontakt durch Hausbesuche diente dazu, einen besseren Einblick in die Situation der Mitarbeiter zu erhalten. Laut Thierig habe dies bereits zu einer Reduzierung des Krankenstands geführt, und weitere Hausbesuche seien nicht ausgeschlossen.

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