Tesla erreicht Produktionsmeilenstein in Grünheide
Sorgen um Absatzprobleme und Wettbewerbsdruck aus China bleiben bestehen

Der US-Fahrzeughersteller Tesla hat in seiner Gigafactory in Grünheide das 400.000. Fahrzeug seit Produktionsbeginn im März 2022 produziert. Diese Information stammt aus internen Chatnachrichten, die am 25. September 2024 bekannt wurden. Zur Feier dieses Meilensteins erhielten die Mitarbeiter eine verlängerte Pause sowie ein Stück Pizza. Trotz dieses Erfolgs äußerte sich André Thierig, der Deutschlandchef von Tesla und Werksleiter, unzufrieden über die aktuelle Situation. In einer Betriebsversammlung warnte er die Mitarbeiter vor den Herausforderungen, die bei Volkswagen bestehen.
Thierig verglich die Lage bei Tesla mit der von Volkswagen, dessen Prognosen jüngst gesenkt wurden, und betonte, dass es für die Mitarbeiter wichtig sei, sich die Frage zu stellen, ob sie einen ähnlichen Weg wie VW einschlagen möchten. Trotz der Produktionszahlen leidet die deutsche Tesla-Fabrik unter Absatzproblemen, die durch sinkende Nachfrage nach E-Autos und Konkurrenz aus China verstärkt werden. In den letzten Wochen hat das Management bereits Hunderte Stellen abgebaut und ein Freiwilligenprogramm für Mitarbeiter ins Leben gerufen. Zudem hat sich die IG Metall im Betriebsrat etabliert, was Thierig missfällt.
Während Tesla-Chef Elon Musk auf die Vorstellung eines neuen Robotaxis hinarbeitet, stehen die Pläne zum Ausbau des Werks auf der Kippe. Der Ausbau, der eine jährliche Produktion von einer Million E-Autos ermöglichen sollte, wurde an die Erholung des Marktes gebunden. Der Werksleiter wies darauf hin, dass Produktivitätsverluste auch die Preise der Fahrzeuge beeinträchtigen könnten, wenn die Krankheitsrate bei den Mitarbeitern ansteigt. Aktuell liegt der Krankenstand im Werk bei 17 Prozent.
Um die Situation zu verbessern, setzt Tesla auf innovative Technologien. In der Produktion werden nun auch Rechtslenker für Irland und Großbritannien hergestellt, um den Absatz zu steigern. Gleichzeitig werden neue Arbeitsbedingungen geschaffen, darunter die Installation von Absauganlagen und die Verbesserung der Luftqualität in den Werkshallen. Auch die Sicherheit wird erhöht, indem gefährliche Rutschflächen mit einer neuen Beschichtung behandelt werden sollen. Zudem sucht Tesla einen „Security Intelligence Advisor“, um den Schutz vertraulicher Informationen zu gewährleisten und zu verhindern, dass interne Informationen nach außen dringen.
