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Tesla-Absatzkrise belastet Chiphersteller schwer

Infineon profitiert von starkem China-Geschäft, während ST und Onsemi kämpfen

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Tesla-Absatzkrise belastet Chiphersteller schwer

Tesla leidet unter einer Absatzflaute, die erhebliche Auswirkungen auf zwei große Halbleiterhersteller hat. STMicroelectronics und Onsemi, die den Elektroautobauer mit Siliziumkarbid-Chips beliefern, stehen vor finanziellen Einbußen. Diese speziellen Chips ermöglichen eine höhere Energieeffizienz in Elektrofahrzeugen, indem sie entweder die Reichweite erhöhen oder kleinere Batterien erlauben. Doch nachdem Tesla im vergangenen Jahr erstmals seit über einem Jahrzehnt weniger Fahrzeuge ausgeliefert hat, sind die Umsätze der Zulieferer eingebrochen. Die Aktienkurse beider Unternehmen haben daraufhin stark nachgegeben – STMicroelectronics verzeichnete einen Rückgang von fast 40 Prozent, während Onsemi um mehr als 30 Prozent an Wert verlor.

Tesla konnte 2024 etwa 1,79 Millionen Fahrzeuge ausliefern, ein Rückgang von nur 19.000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch führt der übliche Preisverfall bei Halbleitern dazu, dass die Hersteller trotz stabiler Absatzmengen mit sinkenden Einnahmen konfrontiert sind. Für STMicroelectronics und Onsemi wiegt die enge Bindung an Tesla nun schwer, da sie kaum Möglichkeiten haben, den Umsatzrückgang durch andere Kunden auszugleichen.

Infineon hingegen ist von dieser Entwicklung kaum betroffen. Der Münchener Halbleiterhersteller, weltweit führend im Bereich Autochips, setzt nicht in erster Linie auf Tesla als Abnehmer, sondern auf chinesische Elektroautohersteller wie BYD, Xpeng und Xiaomi. Diese Unternehmen verzeichnen weiterhin starkes Wachstum, wodurch Infineon seine Marktstellung festigen konnte. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern STMicroelectronics und Onsemi stiegen die Infineon-Aktien in den vergangenen sechs Monaten um rund 20 Prozent. Analysten sehen in Infineon den bevorzugten Wert unter den Autochipherstellern, insbesondere wegen der starken Position im chinesischen Markt.

Infineon-CEO Jochen Hanebeck berichtete kürzlich von besseren Umsätzen als erwartet in China. Neue Verträge mit BYD sichern dem Unternehmen langfristige Einnahmen. Analysten erwarten, dass Infineon auch im Jahr 2025 seine Konkurrenz übertreffen wird, da das Wachstum der chinesischen Elektroautobauer weiterhin robust bleibt. Die steigende Nachfrage nach Infineon-Chips wird durch langfristige Lieferverträge mit mehreren führenden chinesischen Automarken gestützt.

STMicroelectronics und Onsemi versuchen ebenfalls, sich stärker im chinesischen Markt zu positionieren. Allerdings können sie den Ausfall von Tesla als Hauptabnehmer nicht kurzfristig kompensieren. Selbst wenn ihre Lieferungen an chinesische Kunden zunehmen, bleibt das Unternehmen von Elon Musk weiterhin ein entscheidender Faktor für ihr Geschäft. Analysten gehen davon aus, dass die Abhängigkeit von Tesla die beiden Unternehmen noch mehrere Jahre belasten wird.

Tesla galt lange als treibende Kraft für Chiphersteller, da das Unternehmen früh auf die teuren Siliziumkarbid-Chips setzte. Bereits 2017 begann Tesla mit deren Integration in Wechselrichter, die für die Energieübertragung in Elektrofahrzeugen essenziell sind. Andere Autohersteller folgten erst später. Mittlerweile hat sich der Markt jedoch gewandelt, und die Nachfrage nach diesen Halbleitern verteilt sich auf mehrere Anbieter.

Tesla-CEO Elon Musk zeigte sich zuletzt dennoch optimistisch. Er kündigte an, dass das Unternehmen seine Produktion 2025 um 60 Prozent steigern wolle. Zudem prognostizierte er für die Jahre 2026 bis 2028 eine besonders starke Entwicklung. Analysten von Jefferies haben aufgrund dieser Ankündigungen ihre Einschätzung der STMicroelectronics-Aktie verbessert und empfehlen wieder einen Kauf. Am Mittwoch führte diese Neubewertung zu einem Kursanstieg von mehr als sieben Prozent.

Ein weiterer Faktor, der den Markt positiv beeinflussen könnte, ist die Erholung der Lagerbestände in der Automobilbranche. Nach einer langen Phase der Bestandskorrekturen sind die Lagerbestände nun weitgehend aufgebraucht. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Autochips in den kommenden Quartalen deutlich anziehen wird. Sie erwarten für die nächsten fünf bis sechs Quartale ein beschleunigtes Wachstum, das bis Anfang 2026 zu zweistelligen Wachstumsraten führen könnte.

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