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Temu und Shein verändern den deutschen Onlinehandel

About You und Zalando entwickeln neue Strategien gegen die asiatische Konkurrenz

2 Min
Temu und Shein verändern den deutschen Onlinehandel

Der Erfolg von Temu und Shein hat die deutsche E-Commerce-Landschaft in Bewegung versetzt. Die Plattformen aus China, die durch Direktlieferungen punkten, zwingen die Konkurrenz, ihre Strategien anzupassen. So plant die Hamburger Modeplattform About You, das Erfolgsprinzip der neuen Wettbewerber zu kopieren. „Wir werden noch dieses Jahr Artikel anbieten, die direkt aus der Fabrik kommen“, kündigte About-You-Chef Tarek Müller an. Ziel ist es, günstigere Preise anzubieten, um den Kundenschwund zu stoppen.

Amazon verfolgt eine ähnliche Strategie und plant ebenfalls, mit einer Art Temu-Kopie an den Markt zu gehen. Der Druck auf westliche Händler ist erheblich, da Temu und Shein dank massiver Marketinginvestitionen erhebliche Marktanteile gewinnen. Shein setzte im vergangenen Jahr rund 45 Milliarden Dollar um, ein Wachstum von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pinduoduo, die Muttergesellschaft von Temu, meldete einen Jahresumsatz von 37 Milliarden Dollar und einen Überschuss von acht Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu kämpfen About You und Zalando mit sinkenden Kundenzahlen.

Zalando sieht jedoch keinen akuten Handlungsbedarf und warnt vor den Risiken, Direktlieferungen von Fabrikanten auf die Plattform zu holen. David Schröder, Chief Operating Officer von Zalando, betonte auf der Digitalkonferenz K5 in Berlin, dass die Qualität und Marke des Unternehmens gesichert werden müssten. Trotz dieser Vorsicht bleibt die Frage, ob westliche Konkurrenten eine wirksame Antwort auf die asiatischen Herausforderer finden können.

About-You-Chef Müller ist überzeugt, dass er Shein und Temu mit deren eigenen Waffen schlagen kann. Der Kern der Strategie besteht darin, neue Trends mithilfe Künstlicher Intelligenz schnell zu erkennen, Produkte in kleinen Stückzahlen herzustellen und diese direkt aus den Fabriken an die Kunden zu liefern. Im Gegensatz zur asiatischen Konkurrenz setzt About You auf Hersteller aus Europa und der Türkei. Müller betont stolz, dass diese Strategie einzigartig ist im Vergleich zu Zalando und britischen Konkurrenten wie Boohoo und Asos.

E-Commerce-Experte Alex Graf hält es jedoch für nahezu unmöglich, dieses Modell einfach zu kopieren. „In akzeptabler Zeit ist es für keinen möglich, das nachzubauen“, sagte Graf. Temu und Shein hätten einen Vorsprung, der nur schwer aufzuholen sei. Auch Peter Pernot-Day, der Strategiechef von Shein, betonte, dass es zehn Jahre gedauert habe, die Produktionsbasis und die Digitalisierung der Lieferkette aufzubauen. Allein im letzten Jahr investierte Shein mehr als 70 Millionen Dollar in die Lieferkette.

Zalando setzt unterdessen auf seine eigene Logistik und hat dafür einen Geschäftsbereich namens Zeos geschaffen. Zeos umfasst zwölf Logistik- und 20 Retourenzentren, 40 Transportdienstleister und den Marktplatz-Software-Anbieter Tradebyte. Zusätzlich will Zalando gezielter Markenprodukte und das Luxussegment fördern, um sich durch Qualität von der Konkurrenz abzuheben. Eine Sprecherin betonte, dass Qualität für die Kundinnen und Kunden von großer Bedeutung sei und dass Zalando sich daher von den asiatischen Anbietern unterscheide und einen anderen Weg gehe.

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