Tech-Rundschau: Workday baut Stellen ab, Biren hebt Umsatzziel an
Deutsche Bank analysiert Workday-Stellenabbau, Biren Technology hebt Umsatzziel auf 20 Milliarden Yuan, europäische Chipwerte warten auf Micron.

Die neuesten Marktgespräche zu den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation drehen sich um drei Schwerpunkte: den Stellenabbau beim Softwarekonzern Workday, die ambitionierten Ziele des chinesischen Chipentwicklers Shanghai Biren Technology und die europäischen Halbleiterwerte, die vor den Zahlen von Micron Technology in Position gehen. Die Beiträge erscheinen exklusiv auf Dow Jones Newswires um 4:20 Uhr ET, 12:20 Uhr ET und 16:50 Uhr ET.
Workday strafft Geschäftsprozesse
Die Analysten der Deutschen Bank ordnen die Personalabbaumaßnahmen von Workday als Teil der Bemühungen des Unternehmens ein, seine Geschäftsprozesse zu straffen. Der Konzern reduziert seinen Personalbestand um 2,5 Prozent, wobei der Schwerpunkt der Kürzungen auf den Produkt- und Technologiebereichen liegt.
Nach Einschätzung der Analysten zielt die Maßnahme nicht darauf ab, Investitionskapazitäten für das laufende Jahr freizusetzen. Als Begründung führen sie an, dass Workday seine Jahresprognose bei der Bekanntgabe der Entlassungen beibehalten hat. Stattdessen dürften die Kürzungen voraussichtlich zusätzliche Kapazitäten für andere Investitionsschwerpunkte im kommenden Jahr schaffen, heißt es in der Analyse des Instituts.
Biren Technology hebt Umsatzziel für 2027 deutlich an
Shanghai Biren Technology hat sein Umsatzziel für 2027 auf 20 Milliarden Yuan angehoben. Das berichten Analysten der DBS in einer Notiz nach einem Treffen mit dem Management. Hintergrund ist der gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis des bald erscheinenden Chips, der sich nach Angaben der Analysten verdoppelt hat.
Biren habe den Designprozess seiner Chip-Generation BR20X im August abgeschlossen und erwarte Ergebnisse aus Kundenakzeptanztests innerhalb der nächsten drei bis vier Monate. Der durchschnittliche Verkaufspreis wurde von 150.000 Yuan auf 300.000 Yuan angepasst, wobei weiterhin eine Auslieferung von 70.000 Chips im kommenden Jahr erwartet wird.
Das Management hält den neuen Preis des BR20X für gerechtfertigt. Als Argument verweisen die Verantwortlichen darauf, dass die Straßenpreise für Nvidias H200 in China auf 300.000 bis 400.000 Yuan gestiegen sind und BR20X nach eigener Einschätzung 80 bis 120 Prozent der Leistung von H200 erbringen kann. Die Aktie notierte zuletzt bei 37,38 Hongkong-Dollar.
Europäische Chipwerte legen vor Micron-Zahlen zu
Die Aktien europäischer Halbleiterunternehmen liegen im Plus, während Anleger auf die Ergebnisse von Micron Technology warten, die nach dem US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Die Anleger dürften die Zahlen und Kommentare des Speicherchip-Herstellers genau prüfen, um Anzeichen dafür zu finden, wie stark die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz tatsächlich ist. Für den Technologiesektor ist dies eine zentrale Frage, da Speicherchips eine Schlüsselrolle bei KI-Anwendungen spielen.
Die Micron-Aktien lagen im Vorhandel um 0,6 Prozent bei 1.071,70 US-Dollar. In Europa verzeichneten die Aktien des niederländischen Halbleiteranlagenherstellers ASML Holding und des kleineren Wettbewerbers ASM International Steigerungen von 1,2 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent. BE Semiconductor Industries, der niederländische Lieferant von Halbleitermontageanlagen, lag um 0,4 Prozent im Plus.
Für deutsche Anleger besonders relevant: Die Aktie des deutschen Chip-Herstellers Infineon Technologies gewann um 1,5 Prozent an Boden und zählte damit zu den stärkeren Werten im europäischen Halbleitersegment. Die STMicroelectronics-Aktien stiegen um 0,1 Prozent.
Die drei Meldungen zeigen, wie eng die Themen Personalrestrukturierung, KI-Nachfrage und die Bewertung europäischer Zulieferer derzeit zusammenhängen. Während Workday mit dem Stellenabbau seine Kostenbasis für kommende Investitionen vorbereitet, setzt Biren Technology auf höhere Preise für seine KI-Chips. Die europäischen Halbleiterwerte wiederum reagieren unmittelbar auf die Erwartungen an die Micron-Bilanz.
