Tech-Rally treibt Nikkei auf Rekordhoch
Asiatische Aktienmärkte profitieren von US-Inflationserwartungen und chinesischem Tourismusboom

Die asiatischen Aktienmärkte verzeichneten kräftige Kursgewinne, angetrieben von der Tech-Rally an der Wall Street. Insbesondere in Japan zeigte sich der Nikkei-Index am Dienstag in bester Verfassung und erreichte den höchsten Stand seit 33 Jahren, was auf das verstärkte Interesse der Investoren an Chip-Aktien zurückzuführen ist.
Eine positive Stimmung herrschte auch aufgrund einer Umfrage der New Yorker Fed, die zeigte, dass die Inflationserwartungen der US-Verbraucher auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren gefallen sind. Dies verstärkte die Spekulationen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed im Laufe dieses Jahres.
Der Nikkei-Index in Tokio erreichte zwischenzeitlich 33.990 Zähler, den höchsten Stand seit März 1990, bevor er den Handel 1,2 Prozent fester bei 33.763 Punkten beendete. Dieser Aufwärtstrend wurde vor allem von Aktien aus dem Chipsektor wie Tokyo Electron und Advantest angetrieben, da der Chip-Hersteller Nvidia an der Wall Street mehr als sechs Prozent Gewinn verzeichnete. Ebenfalls im Fokus der Anleger stand Nintendo, da Spekulationen aufkamen, dass der japanische Videospielkonzern in diesem Jahr eine neue Spielekonsole auf den Markt bringen könnte. Der breiter gefasste Topix legte um 0,8 Prozent zu.
Marktstratege Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank betonte, dass der neue Höchststand des Nikkei 225 keine Überraschung sei, da japanische Aktien seit langer Zeit als preiswert gelten. Zusätzlich dazu haben die Unternehmensreformen und der besondere Einfluss von Warren Buffett auf die japanischen Märkte dazu beigetragen.
Sowohl der Nikkei als auch der Topix verzeichneten im vergangenen Jahr Kurssteigerungen von mehr als 25 Prozent, was die beste Performance seit einem Jahrzehnt bedeutete. Dieser Erfolg ist auf die Bemühungen der Behörden zurückzuführen, die Unternehmen zur Verbesserung des Shareholder Value zu drängen. Gleichzeitig nahm die langjährige Deflation ab und wurde durch eine leichte Inflation ersetzt.
Auch in China hellte sich die Stimmung an den Aktienmärkten auf, nachdem es fünf Tage lang Verluste gegeben hatte. Die Börsen in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verzeichneten jeweils einen Anstieg von 0,2 Prozent. Vor allem Tourismusunternehmen profitierten von der steigenden Nachfrage nach Winterreisen, die sich nach der Pandemie wieder erholt haben. Besonders wirtschaftlich schwache Regionen im Norden Chinas konnten von diesem Trend profitieren.
In Hongkong wird erwartet, dass Unternehmen ihre Aktienrückkäufe in diesem Jahr verstärken, nachdem sie im Jahr 2023 auf ein Sechsjahreshoch gestiegen sind. Die Mitglieder des Hang Seng Index gaben im vergangenen Jahr insgesamt 17 Milliarden Dollar für Rückkäufe von in Hongkong und anderen Börsen notierten Aktien aus. Diese Dynamik setzte sich auch in den ersten sechs Handelstagen des Jahres 2024 fort. Trotzdem konnte dies den lokalen Aktienmarkt nicht stützen, da Sorgen über die wirtschaftliche Erholung Chinas und hohe US-Zinsen weiterhin Druck auf den Markt ausübten. Seit dem Höchststand im Jahr 2021 haben die Aktien Hongkongs 3,2 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren, und es wird erwartet, dass strukturelle Veränderungen wie kontinuierliche Rückkäufe ein wichtiges Thema bleiben werden. Jason Lui, Leiter der Ostasienstrategie bei BNP Paribas, betonte diese Perspektive.
