Tech-Aktien im freien Fall: AMD stürzt 17 Prozent ab
Massive Verluste bei Chipwerten und Megacaps – Anleger zweifeln am KI-Boom

Der Technologiesektor erlebt einen dramatischen Ausverkauf, der sich von Software-Aktien auf Chiphersteller und Tech-Giganten ausgeweitet hat. Im Zentrum der Turbulenzen steht die wachsende Skepsis der Anleger, ob die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich die erhofften Renditen bringen werden.
Besonders hart traf es Advanced Micro Devices (AMD) mit einem Kurssturz von 17 Prozent. Auch Palantir verlor 12 Prozent, während <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet nach der Ankündigung einer Verdopplung der Investitionsausgaben deutlich unter Druck geriet. Der Google-Mutterkonzern plant Capex-Ausgaben, die mehr als 50 Prozent über den Analystenschätzungen liegen – ein aggressiver Schritt, um im KI-Rennen mitzuhalten.
Die Angst vor KI-bedingten Geschäftsmodell-Disruptions hat den Softwaresektor binnen einer Woche um fast 1 Billion US-Dollar entwertet. Die Verluste zogen sich wie ein Lauffeuer durch die globalen Märkte: Asiatische Börsen gaben massiv nach, selbst der südkoreanische Kospi büßte knapp 4 Prozent ein.
Volatilität erfasst weitere Anlageklassen
Die Turbulenzen beschränkten sich nicht auf Aktien. Bitcoin stürzte zeitweise auf 70.000 US-Dollar ab – ein Niveau, das zuletzt während der US-Wahlen 2024 erreicht wurde. Das entspricht einem Minus von über 40 Prozent gegenüber den Höchstständen vom Oktober. Auch Edelmetalle erlebten heftige Schwankungen: Silber fiel zwischenzeitlich um 17 Prozent und notierte am Tag noch immer 10 Prozent im Minus.
Die Marktstimmung zum Donnerstagmorgen zeigte sich etwas beruhigt, wobei die Futures für Nasdaq und S&P 500 zunächst unverändert notierten. Anleger warten gespannt auf die Amazon-Quartalszahlen nach Börsenschluss.
Rotation in defensive Werte
Die Volatilität deutet auf eine fortschreitende Sektorrotation hin. Während der S&P 500 Value Index die fünfte Sitzung in Folge zulegte, fiel der S&P 500 Growth Index. Der gleichgewichtete S&P 500 Index stieg um 0,8 Prozent – ein Zeichen für die Rückkehr zu zyklischeren Aktien.
Positive Wirtschaftssignale aus den ISM-Umfragen für Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe stützen diese Entwicklung. Allerdings blieben die privaten Beschäftigungszahlen von ADP für Januar hinter den Erwartungen zurück, was auf eine gedämpfte Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hindeutet.
Zentralbanken im Fokus
An den Währungs- und Anleihemärkten herrschte relative Stabilität. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE) dürften ihre Zinssätze unverändert lassen. Angesichts der Euro-Stärke und der unter dem Zielwert liegenden Inflation in der Eurozone achten Marktteilnehmer auf mögliche dovische Signale der EZB.
Zu den wichtigen Terminen des Tages zählen die US-JOLTS-Daten für Dezember sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Im Unternehmenssektor stehen neben Amazon auch Quartalsberichte von ConocoPhillips, Hershey, KKR und Reddit auf der Agenda.
