ANZEIGE

TeamViewer senkt Prognose: Aktie verliert rund ein Viertel

Der Umsatz schrumpft vier Prozent, der ARR sinkt 2,6 Prozent – die gesenkte Prognose lässt die Aktie abstürzen.

•• 3 Min
TeamViewer senkt Prognose: Aktie verliert rund ein Viertel

TeamViewer hat zum dritten Quartal 2026 schwache Zahlen vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Umsatz des Göppinger Softwarekonzerns schrumpfte um vier Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz (ARR) – die wichtigste Kennzahl für Abo-Geschäfte – sank um 2,6 Prozent auf knapp unter 737 Millionen Euro. An der Börse kam das schlecht an: Die Aktie fiel zum Börsenschluss um rund ein Viertel.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management nun mit einem Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent. Bislang hatte das Unternehmen Stagnation bis plus drei Prozent in Aussicht gestellt. Die Senkung ist der zweite herbe Rückschlag binnen kurzer Zeit: Bereits im Oktober 2025 hatte TeamViewer seine ARR-Prognose gesenkt, damals brach der Kurs um bis zu 24 Prozent ein.

Als Grund für die aktuelle Schwäche nennt das Management Verzögerungen bei großen Enterprise-Deals. Mark Banfield erklärt: "In den jüngsten Gesprächen wurde deutlich, dass die aktuelle Unsicherheit über den US-Bundeshaushalt die Abschlüsse großer Deals im öffentlichen Sektor aus unserer Pipeline verzögern wird." Der Konzern räumte zudem Kundenverluste und Integrationsprobleme ein.

Die Übernahme von 1E erweist sich als Bremsklotz

Der 720 Millionen Dollar teure Zukauf von 1E, angekündigt im Dezember 2024, sollte TeamViewer den Weg vom Fernwartungs- zum Enterprise-Anbieter ebnen. 1E war als Komplettlösung für die Behebung von IT-Problemen gedacht. Schon die Ankündigung kam an der Börse schlecht an – die Aktie verlor damals rund zwölf Prozent. Heute zeigt sich: Die mit dem Kauf gestiegene Abhängigkeit vom US-Geschäft bremst das Unternehmen aus.

Zugleich schwächelt das Stammgeschäft mit kleinen und mittleren Kunden (SMB). Zwar stabilisierte sich dieses Segment im dritten Quartal, doch die Dynamik beim Upselling – also dem Verkauf höherwertiger Tarife an Bestandskunden – ließ nach. Die Kundenabwanderung fiel höher aus als zuvor. Wettbewerber wie Anydesk und Splashtop bieten günstigere Alternativen und setzen TeamViewer zu.

Analyst Oppermann bezweifelt den nachhaltigen Wachstumspfad

Der Analyst Axel Oppermann äußert grundsätzliche Zweifel an der Strategie des Konzerns: "TeamViewer versucht seit Jahren, sich vom Fernwartungsspezialisten zum strategischen Enterprise-Softwareanbieter zu entwickeln. Den Nachweis, dass diese Strategie auf einen nachhaltigen Wachstumspfad führt, ist das Unternehmen bis heute schuldig geblieben." Vorstandschef Oliver Steil räumte Handlungsbedarf ein: "Wir sind noch nicht dort, wo wir sein müssen."

Der Blick zurück zeigt, wie verwundbar das Geschäftsmodell ist. In der Coronapandemie 2020 erlebte das Stammgeschäft einen Höhenflug, weil Homeoffice und Fernwartung boomten. Danach verlor TeamViewer sein Quasi-Monopol bei Mittelständlern, Selbstständigen und Vereinen – Preiserhöhungen, Updates und ein veränderter Funktionsumfang verprellten viele Kunden. Schon im Oktober 2021 hatte eine Gewinnwarnung die Aktie um rund 22 Prozent einbrechen lassen.

Rückhalt bekommt Steil dagegen vom Aufsichtsrat. Aufsichtsratschef Ralf Dieter verlängerte den Vertrag des Vorstandschefs im Oktober 2023 um fünf Jahre bis Oktober 2028. Das Management verspricht für das kommende Jahr Licht am Ende des Tunnels.

Der ARR gilt als zentrale Kennzahl für das Abo-Geschäft

Für Privatanleger ist die Botschaft zwiespältig. Der ARR bildet die wiederkehrenden Abo-Erlöse ab und legt damit die Basis für künftige Erträge. Sinkt er, gerät die Planbarkeit des Geschäfts ins Wanken – und genau das ist derzeit zu beobachten. Besonders kritisch ist, dass das Wachstum nicht nur im margenstarken Enterprise-Segment fehlt, sondern auch die Upselling-Dynamik im SMB-Geschäft nachlässt.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen. Enterprise-Deals haben lange Vorlaufzeiten und lassen sich kaum kurzfristig ersetzen. Verzögern sich solche Abschlüsse, schlägt das unmittelbar auf Umsatz und Prognose durch. Ein Teil des Geschäfts hängt zudem am öffentlichen Sektor in den USA, wo haushaltspolitische Unsicherheiten die Entscheidungen der Kunden ausbremsen.

Zu den bekannteren Marketingmaßnahmen des Konzerns zählen Sponsoring-Engagements beim Mercedes-Formel-1-Team und bei Manchester United. Solche Partnerschaften kosten Geld, das in einem schrumpfenden Umsatzumfeld besonders schwer zu rechtfertigen ist. Ob der versprochene Aufschwung im kommenden Jahr tatsächlich kommt, hängt vor allem davon ab, ob die verzögerten Großaufträge nachgeholt werden und ob TeamViewer im SMB-Geschäft wieder mehr Bestandskunden zu höherwertigen Tarifen bewegen kann. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für Anleger mit starken Nerven.

TeamviewerTeamviewer AktieQ3 2026UmsatzrückgangARRPrognosesenkung1E ÜbernahmeEnterprise-Deals

Meistgelesene News

  1. SpaceX-Aktie: Was 10.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  2. Deutsche Telekom bremst Fusion mit T-Mobile US aus
  3. Weil Gotshal & Manges: Wie die Wall-Street-Kanzlei in die Krise geriet
  4. Weil, Gotshal & Manges in der Krise: Kanzlei sucht Insolvenzberater
  5. Commerzbank-Übernahme: Deutsche Bank wirbt offensiv um Mittelstandskunden

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.