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TCS-Chef: KI-Agenten könnten bald Mitarbeiterzahl erreichen

TCS-Vorsitzender Chandrasekaran warnt: KI-Agenten könnten die halbe Million Mitarbeiter des Konzerns zahlenmäßig einholen und Neueinstellungen bremsen.

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TCS-Chef: KI-Agenten könnten bald Mitarbeiterzahl erreichen

Der Chef des indischen IT-Riesen Tata Consultancy Services (TCS), N. Chandrasekaran, hat eine weitreichende Prognose zur Zukunft der Arbeit in der IT-Branche abgegeben. Er erwartet, dass KI-Agenten künftig die gleiche Anzahl wie die menschlichen Mitarbeiter des Unternehmens erreichen könnten – und damit die Einstellungspraxis grundlegend verändern werden. TCS beschäftigt derzeit rund eine halbe Million Mitarbeiter und ist nach Marktkapitalisierung und Mitarbeiterzahl das größte IT-Unternehmen Indiens.

„Wenn das Unternehmen eine halbe Million Mitarbeiter hat, ist der Tag nicht mehr fern, an dem das Unternehmen eine halbe Million KI-Agenten haben wird", sagte Chandrasekaran. „Die Mitarbeiter des Unternehmens und die KI-Agenten werden zusammenarbeiten, und das wird die Zukunft sein." Diese Aussagen haben in der Branche besonderes Gewicht, da TCS als Marktführer des indischen IT-Sektors gilt.

Weniger Neueinstellungen, aber kein Stellenabbau

TCS plant laut Chandrasekaran keinen aktiven Personalabbau, wird jedoch deutlich weniger neue Mitarbeiter einstellen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr bis März 2026 sank die Belegschaft auf Nettobasis um mehr als 23.000 Personen. Im Juli wurden zudem mehr als 12.000 Stellen gestrichen. Der verstärkte Einsatz von KI-Agenten werde Aufgaben automatisieren und damit den Bedarf an menschlichen Neueinstellungen reduzieren, so der Konzernchef.

Gleichzeitig betonte Chandrasekaran, dass der KI-Wandel auch neue Rollen und Chancen schaffen werde. „Ein Teil der anfallenden Arbeit wird auf KI-Agenten übertragen. Das wird die Art des Übergangs sein, den wir nicht nur als Unternehmen, sondern auch als Branche und als Land durchlaufen müssen", erklärte er. Dieser strukturelle Wandel betreffe nicht nur TCS, sondern den gesamten indischen IT-Sektor.

Milliarden-Umsatz mit KI bereits Realität

TCS hat den KI-Bereich bereits zu einem bedeutenden Umsatzträger ausgebaut. Der annualisierte KI-Umsatz des Unternehmens überschritt im Quartal bis zum 31. März die Marke von 2,3 Milliarden US-Dollar. Chandrasekaran kündigte an, dass bis zum Ende des Jahrzehnts 100 Prozent des TCS-Umsatzes eine KI-Komponente enthalten werden – ein ambitioniertes Ziel, das den tiefgreifenden Umbau des Geschäftsmodells unterstreicht.

Der indische IT-Sektor insgesamt ist mit einem Marktwert von 315 Milliarden US-Dollar einer der wichtigsten Arbeitgeber des privaten Sektors in Indien. Investoren beobachten die Entwicklung mit Sorge: Das traditionelle, arbeitsintensive Geschäftsmodell der Branche könnte durch KI fundamental erschüttert werden. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, die die Kundennachfrage zusätzlich dämpfen.

TCS-Aktie unter Druck

An den Börsen spiegelt sich die Unsicherheit deutlich wider. Die TCS-Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf 2026 mehr als 32 Prozent an Wert verloren. Damit schneidet der Konzern sogar schlechter ab als der breite Nifty IT-Index, der im gleichen Zeitraum rund 25 Prozent einbüßte. Fortschrittliche KI-Tools haben in den vergangenen Jahren die Arbeitsweise von Unternehmen in zahlreichen Branchen verändert – vom Silicon Valley über Medien bis hin zur IT-Industrie. Für Anleger stellt sich die Frage, ob TCS den Wandel als Chance nutzen oder als Belastung erleben wird.

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