Tchibo kehrt in die Gewinnzone zurück
Kaffee stark, Non-Food schwächelt weiterhin trotz positiver Bilanz 2023

Der Einzelhändler Tchibo hat im Geschäftsjahr 2023 positive Ergebnisse erzielt und konnte die Verlustzone verlassen. Das Unternehmen erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 68 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr noch einen historischen Verlust von 167 Millionen Euro verzeichnet hatte. Diese Verbesserung des Ergebnisses ist vor allem auf gesunkene Rohstoffpreise sowie niedrigere Kosten für Energie, Logistik und Marketing zurückzuführen. Trotz eines Umsatzrückgangs von einem Prozent auf 3,2 Milliarden Euro konnte Tchibo seine Umsatzrendite von minus 5,1 auf plus 2,1 Prozent steigern. Besonders das vierte Quartal 2023 trug maßgeblich zu diesem positiven Ergebnis bei.
Das Kerngeschäft mit Kaffee zeigte sich dabei als stabil und profitabel. Tchibo bleibt in diesem Segment weiterhin Marktführer in Deutschland. Allerdings konnte das Non-Food-Geschäft die Erwartungen erneut nicht erfüllen und verzeichnete rückläufige Verkaufszahlen. Bereits im Vorjahr hatte Tchibo angekündigt, sich wieder stärker auf das Kaffee-Geschäft zu konzentrieren, während Artikel wie Kleidung, Möbel und Haushaltsutensilien weiterhin angeboten werden sollten. Diese Strategie ermöglichte es dem Unternehmen, wieder einen Gewinn zu erwirtschaften, auch wenn das Non-Food-Geschäft weiterhin schwächelt.
Die Herausforderungen im Non-Food-Bereich betreffen nicht nur Tchibo. Auch andere Einzelhändler wie Lidl, Kaufland und Aldi haben mit rückläufigen Umsätzen in diesem Segment zu kämpfen. Ein Grund dafür ist der Rückgang von Impulskäufen in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit. Zusätzlich wächst die Konkurrenz, insbesondere durch den niederländischen Non-Food-Discounter Action, der seinen Umsatz um fast 28 Prozent steigern konnte.
Tchibo setzt weiterhin auf sein bewährtes Geschäftsmodell „Jede Woche eine neue Welt“, doch Lieferkettenschwierigkeiten und andere Unsicherheiten erschweren die rechtzeitige Lieferung der Ware in die Filialen. Während das Filialgeschäft mehr Kunden anlocken konnte und der Verkauf von Kaffee stieg, gingen die Verkaufszahlen von Non-Food-Artikeln wie Yogamatten und Sport-BHs zurück. Auch im Online-Geschäft verzeichnete Tchibo einen Rückgang bei den Non-Food-Verkäufen, obwohl der Fokus hier auf der gezielten Suche der Kunden lag.
Seit Jahresbeginn hat Erik Hofstädter die Führung von Tchibo übernommen, während Werner Weber in den Aufsichtsrat zurückkehrte. Die Konzernmutter Maxingvest, die auch einen großen Anteil an Beiersdorf hält, meldete ebenfalls positive Zahlen für das Geschäftsjahr 2023. Der Umsatz der Holding stieg um fünf Prozent auf 12,65 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis um knapp 30 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zulegte. Tchibo rechnet für das laufende Jahr mit einem leichten Umsatzplus und einem operativen Ergebnis auf dem Niveau von 2023, auch wenn die Bedingungen weiterhin schwierig bleiben.
