Tarifabschluss bei Privatbahnen sichert Gehaltssteigerungen
Neue Regelungen bieten Wahlmöglichkeiten zwischen Geld, Freizeit und Urlaub für Beschäftigte

Die Angestellten von 14 privaten Eisenbahngesellschaften in Deutschland können sich auf eine Gehaltserhöhung freuen. Laut der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wurde eine Einigung mit den Arbeitgebern erzielt, die ab November 2025 in Kraft tritt. Der neue Tarifvertrag sieht eine Gehaltssteigerung in mehreren Stufen vor und hat eine Laufzeit von 25 Monaten. Er endet somit Ende 2026.
Zum 1. November 2025 und zum 1. November 2026 werden die Gehälter der Beschäftigten um jeweils zwei Prozent angehoben. Auszubildende erhalten zusätzlich monatlich 50 Euro mehr. Darüber hinaus wurde ein jährliches Zusatzgeld in Höhe von 25 Prozent des Monatsgehalts für alle Beschäftigten vereinbart. Für bestimmte Mitarbeitergruppen, wie Schichtarbeiter oder Angestellte mit Kindern unter zwölf Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen, besteht ab 2027 die Möglichkeit, dieses Zusatzgeld in Form von zwei zusätzlichen Urlaubstagen zu nutzen.
Die EVG erklärte, dass bestehende Wahlmodelle für Gewerkschaftsmitglieder erhalten bleiben. Diese ermöglichen es, individuell zwischen mehr Gehalt, zusätzlichem Urlaub oder mehr Freizeit zu wählen. Zudem wird der verbleibende Anteil der Inflationsausgleichsprämie bis Ende des Jahres ausgezahlt. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung von 7,6 Prozent gefordert, einigte sich jedoch auf das nun vorliegende Ergebnis.
Die Deutsche Bahn war von diesen Verhandlungen nicht betroffen, da ihre Tarifverträge mit der EVG noch bis Ende März 2025 gültig sind. Stattdessen konzentrierte sich die Gewerkschaft auf Verhandlungen mit 21 Wettbewerbern des bundeseigenen Unternehmens. Der abgeschlossene Tarifvertrag umfasst unter anderem Unternehmen wie Eurobahn, Abellio Mitteldeutschland, Erixx und die Osthannoversche Eisenbahn.
Für die sieben Gesellschaften des Transdev-Konzerns, darunter die Bayerische Oberlandbahn und die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft, stehen separate Verhandlungen an. Hier wurde bislang noch keine Einigung erzielt.
