Tailored Brands plant US-Börsengang mit steigenden Quartalsumsätzen
Der Herrenmodekonzern Tailored Brands reicht IPO-Antrag ein und meldet Umsatzanstieg auf 681,8 Millionen Dollar.

Der amerikanische Modeeinzelhändler Tailored Brands hat am Freitag im Rahmen seines Antrags auf einen US-Börsengang aktuelle Quartalszahlen offengelegt. Für das am 2. Mai abgeschlossene Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 681,8 Millionen Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 644,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn lag bei 44,9 Millionen Dollar, nach 50,7 Millionen Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Das in Houston, Texas, ansässige Unternehmen ist auf Herrenbekleidung spezialisiert und betreibt mehr als 1.000 Filialen in Nordamerika. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Men's Wearhouse, Jos. A. Bank und Moores im Herrenmodebereich sowie der Familien-Einzelhändler K&G Fashion Superstore. Das Sortiment umfasst Anzüge, formelle Kleidung und Business-Casual-Angebote.
Die Anzahl der angebotenen Aktien sowie die Preisspanne für den geplanten Börsengang stehen noch nicht fest. Das Unternehmen beabsichtigt, seine Aktien an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „MENW" zu notieren. Bereits im April hatte Tailored Brands vertraulich einen IPO-Antrag eingereicht.
Comeback nach Insolvenz
Die Börsengeschichte von Tailored Brands ist bemerkenswert: Im Jahr 2020 musste das Unternehmen infolge der Coronakrise Insolvenz anmelden – ein Schicksal, das in der Pandemie viele stationäre Einzelhändler traf. Seither hat das Management die Lage jedoch erfolgreich gedreht und das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs gebracht.
Nach der Insolvenz erwarb der Hedgefonds Silver Point Capital eine bedeutende Beteiligung an dem Unternehmen. Silver Point Capital wird auch nach dem Börsengang der kontrollierende Mehrheitsaktionär bleiben. Den Erlös aus dem IPO plant Tailored Brands zur Schuldentilgung sowie für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden, darunter Betriebskapital, laufende Betriebskosten und Investitionen.
Als Konsortialbanken für die Emission fungieren namhafte Investmentbanken: Goldman Sachs, Morgan Stanley und Jefferies begleiten den Börsengang. Diese Konstellation signalisiert das Vertrauen der Wall Street in das Comeback-Unternehmen.
Belebter IPO-Markt begünstigt den Zeitpunkt
Der Zeitpunkt des Börsengangs ist strategisch gewählt. Der US-IPO-Markt profitiert derzeit von stärkeren Aktienmärkten, steigenden Bewertungen und einer hohen Nachfrage nach Kapital – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz. Auch Börsengänge im Konsumgütersektor haben zuletzt wieder an Fahrt gewonnen, nachdem die umfassenden Zölle von US-Präsident Donald Trump die Aktivitäten im vergangenen Jahr gedämpft hatten.
Tailored Brands ist dabei nicht das einzige Modeunternehmen, das den Weg an die Börse sucht. Auch der Damenmodehändler Reformation reichte im vergangenen Monat einen IPO-Antrag ein. Die Belebung des Modesektors am Kapitalmarkt spiegelt das wiedergewonnene Anlegervertrauen in den stationären Einzelhandel wider – trotz des anhaltenden Drucks durch den E-Commerce.
Für deutsche Anleger ist der Fall Tailored Brands ein interessantes Beispiel für eine erfolgreiche Restrukturierung nach einer Insolvenz. Das Unternehmen zeigt, wie ein traditionsreicher Einzelhändler nach einem tiefen Einbruch durch konsequente Neuausrichtung wieder kapitalmarktfähig werden kann. Die endgültigen IPO-Konditionen bleiben jedoch abzuwarten.
