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Tabakaktien im Aufschwung: Rauchfreie Produkte verändern die Branche

Neue FDA-Regeln und ein freundlicheres politisches Klima unter Trump verleihen Tabakaktien wie BAT und Philip Morris kräftigen Rückenwind.

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Tabakaktien im Aufschwung: Rauchfreie Produkte verändern die Branche

Tabakaktien galten lange als gesellschaftlich geächtet – doch das Bild wandelt sich. Unternehmen, die einen wachsenden Teil ihres Umsatzes mit rauchfreien Produkten wie E-Zigaretten und Nikotinbeuteln erzielen, werden bei institutionellen Investoren wieder salonfähig. Dieser Wandel spiegelt sich direkt in den Börsenbewertungen wider.

Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung von British American Tobacco (BAT): Anleger, die vor zwei Jahren in BAT-Aktien investierten, konnten ihren Einsatz in etwa verdoppeln – eine Rendite, die sogar die viel beachteten „Magnificent Seven" der US-Technologiebörse übertrifft. Auch Philip Morris International gehört bereits zur Gruppe der Unternehmen, die dank ihres rauchfreien Portfolios wieder breite Investorenakzeptanz genießen.

Alle großen Tabakaktien haben sich in diesem Zeitraum stark entwickelt. Der US-amerikanische Marlboro-Hersteller Altria Group verzeichnete einen Kursanstieg von mehr als 50 Prozent. Das zeigt: Die Branche erlebt eine bemerkenswerte Neubewertung durch den Markt.

Politischer Rückenwind aus Washington

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das veränderte regulatorische Umfeld in den USA. Die zweite Amtszeit von Donald Trump bringt der Tabakindustrie mehr Wohlwollen entgegen als die Biden-Administration – und sogar mehr als Trumps erste Amtszeit. Das mildert einen Teil des regulatorischen Risikos, das die Branche seit 2017 belastet hat, als die US-Gesundheitsbehörde FDA ein massives Vorgehen gegen Zigaretten androhte.

Tabakunternehmen haben zudem Schecks an das Trump-nahe Super-PAC „MAGA Inc." ausgestellt, um langjährige Probleme der Branche politisch zu adressieren. Die Nähe zur neuen Regierung scheint Früchte zu tragen.

Neue FDA-Regeln erleichtern den Marktzugang

Besonders bedeutsam für die Branche sind neue Leitlinien der FDA zur Regulierung rauchfreier Nikotinprodukte. Die Behörde erlaubt es Herstellern nun faktisch, neue Vapes oder Nikotinbeutel für den oralen Gebrauch zu verkaufen, während ihr sogenannter Premarket Tobacco Product Application (PMTA) – der offizielle Zulassungsantrag für neue Nikotin- oder Tabakprodukte in den USA – noch geprüft wird.

Bislang mussten Unternehmen die vollständige Genehmigung ihres PMTA abwarten, bevor sie ein neues Produkt auf den Markt bringen durften. Dieser Prozess konnte Jahre dauern und erschwerte es legalen Anbietern erheblich, Konsumenten zu gewinnen, die von Zigaretten auf rauchfreie Alternativen umsteigen wollten.

Die Folge dieser langen Wartezeiten war gravierend: Illegale Produkte füllten die entstandene Marktlücke. Laut der Investmentbank Jefferies sind mehr als zwei Drittel aller Vape-Produkte in den USA illegal – die meisten davon werden aus China importiert. Die neuen FDA-Leitlinien könnten diesen Missstand nun eindämmen und legalen Anbietern wie BAT einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

BAT gilt dabei als potenziell größter Gewinner der regulatorischen Neuausrichtung. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren stark in sein rauchfreies Portfolio investiert und ist damit gut positioniert, um von der veränderten Marktdynamik zu profitieren. Das Tabu gegen Tabakaktien ist zwar nicht vollständig verschwunden, doch die entstehenden Grauzonen eröffnen Anlegern neue Perspektiven auf eine Branche im Wandel.

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