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Supermärkte erhöhen Preise – Verbraucher leiden darunter

Große Konzerne profitieren, während mittelständische Hersteller Gewinneinbrüche verzeichnen

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Supermärkte erhöhen Preise – Verbraucher leiden darunter

Der Einkauf im Supermarkt ist in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke allein im Jahr 2023 um 12,4 Prozent gestiegen. Diese Steigerung liegt weit über der allgemeinen Inflationsrate. Gegenüber 2020 sind die Lebensmittelpreise sogar um ein Drittel gestiegen. Eine Analyse des Handelsblatt Research Instituts, die die Bilanzen von 70 mittelständischen und großen Markenherstellern sowie Handelskonzernen in Europa untersucht hat, zeigt, wer von den Preiserhöhungen profitiert und wer darunter leidet.

Große Produzenten und Handelskonzerne konnten ihre Gewinne in den letzten Jahren steigern. Die 20 führenden Handelsunternehmen in Europa, darunter auch Rewe, Metro und Carrefour, verbesserten ihre Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahr 2023 um 3,8 Prozent. Die 25 großen Markenartikler wie Nestlé, Unilever und AB Inbev erzielten weltweit eine Gewinnsteigerung von drei Prozent. Im Vergleich zur Inflationsrate fällt dieser Gewinnzuwachs jedoch relativ gering aus. Die Analyse zeigt jedoch auch, dass neben den Verbrauchern vor allem mittelständische Produzenten zu den Verlierern gehören. Diese Unternehmen, die einen Jahresumsatz von weniger als einer Milliarde Euro erzielen, mussten 2023 einen Rückgang ihrer Gewinne um 10,1 Prozent hinnehmen.

Ein Grund für die schlechtere Position der mittelständischen Hersteller ist ihre Abhängigkeit vom heimischen Markt, insbesondere von den großen Supermarktketten Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. Diese haben eine starke Verhandlungsposition und können ihre Konditionen oft diktieren. Ein Beispiel hierfür ist der Spirituosenhersteller Berentzen, der rund 80 Prozent seines Umsatzes in Deutschland bei diesen großen Handelsketten erwirtschaftet. Mittelständische Produzenten haben oft nicht die finanzielle Kraft, um monatelange Preisverhandlungen oder Lieferstopps durchzuhalten, wie es bei globalen Großkonzernen der Fall ist.

Die Monopolkommission hatte bereits vor der zunehmenden Macht des Handels gewarnt. Während große Markenartikler wie Coca-Cola durch Lieferstopps höhere Preise durchsetzen konnten, sind kleinere Unternehmen gezwungen, sich den Bedingungen des Handels anzupassen. Trotz der gestiegenen Preise betonen große Produzenten und Handelskonzerne, dass sie unter den hohen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik leiden. Die Gewinnmargen blieben jedoch stabil, was darauf hindeutet, dass diese Kostensteigerungen nicht in vollem Umfang auf die Unternehmen durchschlagen.

Die Analyse zeigt auch, dass die Konsumenten nicht mit einer baldigen Entspannung der Preise rechnen können. Experten gehen davon aus, dass die Kosten weiter steigen werden, wenn auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Dies bedeutet, dass die Verbraucher sich auf weitere Preiserhöhungen einstellen müssen. Mittelständische Unternehmen haben zudem mit höheren operativen Kosten zu kämpfen, was ihre Situation zusätzlich verschärft.

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