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Südzucker hebt Prognose an: Ethanolpreise treiben das Geschäft

Der Mannheimer Konzern erhöht Umsatz- und Ergebnisprognose, die Aktie springt zeitweise um bis zu acht Prozent.

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Südzucker hebt Prognose an: Ethanolpreise treiben das Geschäft

Der Mannheimer Zucker- und Lebensmittelkonzern Südzucker hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Auslöser ist ein deutliches Gewinnplus, das die Aktie zeitweise um bis zu acht Prozent steigen ließ. Anleger reagierten damit auf Signale, die vor allem aus dem Energiegeschäft kommen.

Im Mittelpunkt stehen die Tochtergesellschaft CropEnergies und das Segment Spezialitäten. Beide entwickelten sich zu den wichtigsten Treibern des Konzerns. Rückenwind liefern vor allem höhere Ethanolpreise, die das Geschäft von CropEnergies stützen.

Das Umfeld ist von mehreren Entwicklungen geprägt: Die Zuckerpreise sind weltweit deutlich gestiegen, unter anderem wegen Ernteausfällen infolge zunehmender Dürreperioden. Gleichzeitig sorgt eine Ölmarkt-Krise infolge des Iran-Kriegs für höhere Anreize, auf Biokraftstoffe zu setzen. Hinzu kommen steigende Beimischungsquoten für Biokraftstoffe, und die EU diskutiert eine beschleunigte Einführung von E20-Kraftstoffen.

Die Details

Südzucker hebt die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 auf 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro an. Das entspricht einer Anhebung um 200 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 8,4 Milliarden Euro.

Auch beim Ergebnis wird der Korridor enger gefasst: Die Spanne für das Betriebsergebnis liegt nun bei 540 bis 680 Millionen Euro, zuvor waren es 480 bis 680 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das operative Ergebnis 535 Millionen Euro betragen.

Im Quartal bis August erwirtschaftete der Konzern ein operatives Ergebnis von 168 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent zu.

Die Preisentwicklung stützt das Geschäft: Die Zuckerpreise sind weltweit um knapp ein Fünftel gestiegen, der Ethanolpreis seit Jahresbeginn um knapp 16 Prozent. Südzucker hält über 94 Prozent an CropEnergies, die Anfang 2024 von der Börse genommen wurde. Der DAX notierte zuletzt bei 25.418 Punkten und damit knapp im Plus.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 21.04.2026 berichtete aktien.news, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran die globalen Energiemärkte erschüttert hat: Die Rohölpreise stiegen seit Ende Februar um mehr als 30 Prozent, rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasvorräte wurden unterbrochen, die normalerweise durch die Straße von Hormus im Persischen Golf transportiert werden. Als direkte Folge erlebten Biokraftstoffe weltweit eine neue Nachfragewelle. Die Preise für Mais als zentraler Rohstoff für Biokraftstoffe stiegen dagegen lediglich um 5 Prozent – eine Preisschere, die Biokraftstoffe wirtschaftlich attraktiver macht.

Am 16.05.2026 meldete aktien.news, dass US-Raffineriebetreiber erstmals seit Jahren wieder solide Gewinne mit erneuerbaren Kraftstoffen erzielen. Treiber waren neue Rekordvorgaben der US-Umweltbehörde EPA für die Beimischung von Biokraftstoffen sowie stark gestiegene Dieselpreise infolge des US-israelischen Krieges gegen den Iran. Ende März verpflichtete die EPA die Raffinerien, in diesem und im nächsten Jahr Rekordmengen an Biokraftstoffen beizumischen, mit einer Steigerung des Einsatzes von Biodiesel und erneuerbarem Diesel um 60 Prozent.

Am 17.09.2026 berichtete aktien.news dagegen von Druck auf Rohzucker: Die Futures fielen, weil sinkende Ölpreise es Zuckerfabriken in Brasilien und Indien attraktiver erscheinen ließen, die Zuckerproduktion statt der Ethanolproduktion zu steigern. Der Rohzucker gab um 0,3 Prozent auf 17,88 US-Cent pro Pfund nach, nachdem er sich von einem 16-Monats-Hoch entfernt hatte. Händler verwiesen zugleich auf erwartete Produktionsrückgänge.

Was das für Anleger bedeutet

Die Meldung zeigt, wie stark Südzucker inzwischen vom Energiegeschäft abhängt. Wer die Aktie hält oder beobachtet, sollte weniger auf den klassischen Zuckermarkt allein schauen als auf die Preise für Ethanol und Rohöl sowie auf politische Vorgaben zur Beimischung. Genau diese Größen entscheiden darüber, ob sich die Produktion von Biokraftstoff lohnt.

Zugleich macht das Unternehmen selbst deutlich, dass der Geschäftserfolg wegen kurzfristiger Einflussfaktoren stark schwankt. Die Anhebung der Prognose ist also kein Garant für eine dauerhaft steigende Entwicklung. Für Privatanleger bedeutet das: Die Aktie reagiert sensibel auf Nachrichten aus dem Öl- und Agrarmarkt, und einzelne Quartalszahlen können stark ausschlagen.

Ein zweiter Punkt betrifft die Bewertung. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent gestiegen und hat damit einen Teil der guten Nachrichten bereits vorweggenommen. Wer jetzt einsteigt, zahlt einen höheren Preis als zu Jahresbeginn. Das erhöht das Risiko, falls die Preise für Zucker oder Ethanol wieder fallen – wie es der Bericht vom 17.09.2026 für Rohzucker bereits andeutete.

Händler zeigten sich von der jüngsten Entwicklung wenig überrascht, weil die Zuckerpreise bereits im Sommer gestiegen waren. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Prognoseanhebung am Markt erwartet wurde. Diese Einschätzung stammt aus dem Quelltext und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder zu verkaufen.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Südzucker nun einen Umsatz zwischen 8,3 und 8,7 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis zwischen 540 und 680 Millionen Euro. Beide Werte liegen am oberen Rand der bisherigen Planung.

Ein wesentlicher Faktor bleibt die Politik: Die EU diskutiert eine beschleunigte Einführung von E20-Kraftstoffen mit 20 Prozent Bioethanol-Beimischung im Benzin. Sollte sich dieser Kurs durchsetzen, könnte die Nachfrage nach Ethanol weiter steigen. Zugleich hängt die Entwicklung an den Ölpreisen, die infolge des Iran-Kriegs stark gestiegen sind, sowie an den Ernteerträgen bei Mais, Zuckerrohr und Weizen.

Das Unternehmen selbst weist darauf hin, dass kurzfristige Einflussfaktoren den Geschäftserfolg stark schwanken lassen. Eine Prognose für einzelne Quartale bleibt damit schwierig.

Kurz erklärt

  • Ethanol: Ein aus Zuckerrohr, Mais oder Weizen gewonnener Biokraftstoff, der Benzin beigemischt wird.
  • Beimischungsquote: Der vorgeschriebene Anteil an Biokraftstoff, der konventionellem Kraftstoff zugesetzt werden muss.
  • Betriebsergebnis: Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft, bevor Zinsen und Steuern berücksichtigt werden.
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