Südkoreas KOSPI stürzt ab: Schlimmster Ausverkauf seit 2008
Der südkoreanische Leitindex KOSPI bricht um 4,3 Prozent ein – der Won kollabiert auf historische Tiefststände.

Südkoreas Aktienmarkt erlebt seinen schlimmsten Einbruch seit der globalen Finanzkrise 2008. Der KOSPI-Leitindex verlor am Dienstag 4,3 Prozent und steht damit kurz vor der offiziellen Bestätigung eines Bärenmarktes – definiert als Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Höchststand.
Seit dem Rekordschlussstand Ende Februar hat der KOSPI bereits 19,9 Prozent an Wert verloren. Der monatliche Rückgang von 19 Prozent ist der größte seit 2008 und markiert eine historische Zäsur für den südkoreanischen Kapitalmarkt.
Won auf Krisenniveau
Gleichzeitig gerät die südkoreanische Währung unter massiven Druck. Der Won brach um rund 1 Prozent ein und notierte schwächer als 1.500 Won je US-Dollar. Dieses Niveau wurde zuvor nur in zwei extremen Krisenperioden erreicht: nach der globalen Finanzkrise 2009 und während der Asienkrise Ende der 1990er Jahre.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Südkorea ein wichtiges Signal, da das Land als exportorientierte Volkswirtschaft als Frühindikator für den globalen Handel gilt. Schwäche im KOSPI und beim Won deutet häufig auf breitere Risiken in den Schwellenländern hin.
Die Kombination aus fallendem Aktienmarkt und schwacher Währung erhöht den Druck auf südkoreanische Unternehmen, die auf Importe angewiesen sind, und verteuert deren Kosten erheblich. Investoren beobachten die Entwicklung genau, da ein offizieller Bärenmarkt weiteres Kapital aus der Region abziehen könnte.
