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Südkoreas Exporte übertreffen Prognosen dank KI-Chip-Boom

Starke Nachfrage nach Halbleitern und KI-Infrastruktur treibt südkoreanische Exporte im Juli auf Rekordkurs.

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Südkoreas Exporte übertreffen Prognosen dank KI-Chip-Boom

Die südkoreanischen Exporte sind im Juli stärker gewachsen als erwartet. Vorläufige Handelsdaten zeigen einen Anstieg von 62,8 Prozent im Jahresvergleich auf 98,89 Milliarden US-Dollar. Ökonomen hatten in einer Reuters-Umfrage lediglich ein Plus von 59,0 Prozent prognostiziert. Haupttreiber waren eine außergewöhnlich starke weltweite Nachfrage nach Halbleitern und Computern für die KI-Infrastruktur.

Das Wachstum verlangsamte sich zwar gegenüber dem Juni, als ein Sprung von 70,7 Prozent den stärksten jährlichen Zuwachs seit 1978 markierte. Dennoch stellt der Juli die zweitschnellste Wachstumsrate innerhalb der seit Juni 2025 laufenden Exportexpansion dar. Südkorea festigt damit seine Rolle als einer der wichtigsten Lieferanten für die globale KI-Infrastruktur.

Halbleiter und Computer als Wachstumsmotoren

Besonders beeindruckend fällt das Wachstum in den Kernsegmenten aus. Die Halbleiterexporte sprangen um 179 Prozent nach oben, da die Preise für Speicherchips laut dem südkoreanischen Handelsministerium weiter stiegen. Noch deutlicher war der Zuwachs bei Computern: Die Exporte kletterten um 404 Prozent, angetrieben durch verstärkte KI-Investitionen großer US-Technologieunternehmen.

Das Wachstum erfolgte vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten – darunter Fragen zur potenziellen Verwendung chinesischer Speicherchips durch Apple sowie das Aufkommen neuer KI-Technologie in China. Trotz dieser Unwägbarkeiten blieb die Nachfrage nach südkoreanischen Chips robust.

Samsung Electronics meldete kürzlich eine mehr als 250-fache Steigerung des Quartalsgewinns im Chipsegment und gab mehrjährige Lieferverträge mit großen Rechenzentrumsbetreibern bekannt. Das Unternehmen erwartet, dass sich die weltweiten Halbleiterengpässe verschärfen und bis 2028 anhalten werden. Auch SK Hynix verzeichnete starke Quartalsergebnisse, wenngleich diese hinter den hohen Erwartungen der Anleger zurückblieben und Sorgen über eine mögliche Verlangsamung der KI-Ausgaben schürten.

Exportmärkte: China und USA als wichtigste Abnehmer

Geografisch betrachtet legten die Exporte nach China im Juli um 96 Prozent zu, während die Lieferungen in die USA um 69 Prozent stiegen. Bemerkenswert ist auch die Erholung im Nahen Osten: Nach fünf aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgängen infolge des Iran-Krieges stiegen die Exporte in die Region um 25 Prozent.

Die Importe erhöhten sich um 26,5 Prozent auf 68,56 Milliarden US-Dollar und lagen damit nahezu exakt auf der Prognoselinie der Ökonomen von 26,6 Prozent. Südkorea erzielte einen Handelsbilanzüberschuss von 30,32 Milliarden US-Dollar – nach einem Rekordwert von 36,09 Milliarden US-Dollar im Juni.

KOSPI mit starker Erholung nach historischem Einbruch

An den Finanzmärkten verlief der Juli turbulent. Der südkoreanische Leitindex KOSPI fiel im Monatsverlauf um 22 Prozent – der stärkste monatliche Rückgang seit 2008 – ausgelöst durch einen breiten Ausverkauf bei KI-bezogenen Aktien. Am Freitag verzeichnete der Index jedoch eine Rekordrallye, da wieder Kapital in globale Halbleiterwerte floss.

Die starken Exportdaten unterstreichen die zentrale Bedeutung Südkoreas für die weltweite KI-Lieferkette. Für deutsche Anleger, die in globale Technologie- und Halbleiterwerte investiert sind, liefern die Zahlen ein wichtiges Signal: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibt trotz zwischenzeitlicher Marktverwerfungen auf einem hohen Niveau.

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