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Streit um die Zukunft der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden

Bafin-Intervention und fragwürdige Geschäftszahlen führen zu einer außerordentlichen Generalversammlung und Unsicherheit

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Streit um die Zukunft der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden

Der Konflikt um die Zukunft der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden spitzt sich zu, da einige Mitglieder der Bank mit dem Vorgehen der Finanzaufsicht Bafin unzufrieden sind und eine außerordentliche Generalversammlung erzwungen haben. Die Bank gab bekannt, dass sich mehr als 900 Mitglieder für eine solche Generalversammlung ausgesprochen haben, was weit über den erforderlichen 250 Unterschriften liegt.

Der von der Bafin eingesetzte Sonderbeauftragte, Christian Gervais, bestätigte, dass eine außerordentliche Generalversammlung stattfinden werde, obwohl das genaue Datum noch nicht festgelegt ist. Vor fünf Jahren wurde Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg von der Bank angeheuert, um die Risiken im Fußballsektor besser zu bewerten, da die Bank Kredite an Profivereine vergibt. Seitdem ist die Bank als "Effenberg-Bank" bekannt.

Die Initiative zur Unterschriftensammlung ging von der Interessenvertretung Igenos aus, die sich als Gegenspieler von Gervais positioniert. Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden hat rund 18.000 Mitglieder, die Anteile am Geldhaus halten.

Igenos, die Interessengemeinschaft der Genossenschaftsmitglieder, fordert auf der außerordentlichen Generalversammlung die Wahl eines neuen Aufsichtsrats und möchte wissen, warum die Bank im letzten Sommer noch optimistisch über ihre Bilanz gesprochen hat, während nun von Verlusten die Rede ist.

Ein kompletter Rücktritt des Aufsichtsrats

Die Bafin hatte Anfang Dezember Christian Gervais eingesetzt und auch einen neuen Aufsichtsrat ernannt, nachdem zwei Vorstandsmitglieder sowie der gesamte 16-köpfige Aufsichtsrat zurückgetreten waren. Gervais' Aufgabe ist es, die Bank auf den richtigen Kurs zurückzuführen, wie die Bank mitteilte.

Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden ist seit längerem in einem Konflikt sowohl mit der Bafin als auch mit dem Genossenschaftsverband BVR, der die Sicherungssysteme der insgesamt rund 700 Volks- und Raiffeisenbanken organisiert. Die Bank erlangte bundesweite Bekanntheit aufgrund ihrer umstrittenen Geschäftspolitik.

Schwierige Geschäftszahlen für 2022 erwartet

Die genauen Geschäftszahlen für das Jahr 2022 sind derzeit noch unklar. Die Bank erwartet, dass der testierte Jahresabschluss bis Ende März vorliegen wird. Die Rückabwicklung eines Immobiliengeschäfts dürfte jedoch zu deutlich schwächeren Ergebnissen führen als erwartet. Die Bank gab bekannt, dass sie den Verkauf einer Immobilie an eine Tochterfirma auf Anweisung der Bafin rückabgewickelt hat. Dies führte zu einem Buchgewinn von rund sechs Millionen Euro. Die Bafin stufte das Geschäft als Organkredit ein und bemängelte, dass die aufsichtsrechtlichen Anforderungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Daher wird die Bank für 2022 sechs Millionen Euro weniger konzerninterne Erlöse ausweisen müssen.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob Stefan Effenberg immer noch für die Bank arbeitet. Ende November des Vorjahres äußerte der damalige Anwalt des Aufsichtsrats, Edgar Steinle, die Vermutung, dass die Bank möglicherweise Unterstützung aus dem Sicherungsfonds der deutschen Genossenschaftsbanken benötigen werde und sprach von einem Verlust. Bisher wurde jedoch kein Stützungsfall ausgerufen.

Die Institutssicherung der Genossenschaftsbanken sieht vor, dass Banken in Schwierigkeiten nicht insolvent werden, sondern Unterstützung aus einem Sicherungsfonds erhalten, in den alle Institute einzahlen. Nach der Stützung erfolgt in der Regel eine Fusion mit einer benachbarten Volksbank.

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