Streiks an Flughäfen sorgen für massive Ausfälle
Ver.di fordert höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte

An den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf kam es aufgrund eines eintägigen Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di zu erheblichen Einschränkungen im Flugbetrieb. Seit dem Morgen mussten Passagiere mit massiven Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Am Flughafen Köln/Bonn hatten die Beschäftigten bereits am Sonntagabend ihre Arbeit niedergelegt, während der Streik am Flughafen Düsseldorf heute begonnen hatte. Laut Angaben des Flughafenbetreibers wurden in Köln/Bonn 106 der geplanten 168 Passagierflüge gestrichen. Am Düsseldorfer Flughafen waren mindestens 30 Prozent der ursprünglich 334 geplanten Starts und Landungen ausgefallen.
Fluggäste hatten unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Entschädigungen. Fiel ein Flug kurzfristig aus oder war er erheblich verspätet, konnten Entschädigungszahlungen beantragt werden. Diese richteten sich nach der Flugstrecke und betrugen 250 Euro für Flüge bis 1.500 Kilometer, 400 Euro bis zu 3.500 Kilometer und 600 Euro bei längeren Strecken. Zudem war die Airline verpflichtet, entweder den Flugpreis zu erstatten oder eine alternative Beförderung anzubieten. Die Erstattung war allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft, etwa dass der Zielflughafen innerhalb der EU lag. Bei Gepäckverlust konnten Passagiere Entschädigungen von bis zu 1.430 Euro geltend machen. Bei langen Verspätungen mussten Fluggesellschaften Betreuungsleistungen wie Mahlzeiten oder Hotelunterkünfte bereitstellen.
Neben den Streiks in Nordrhein-Westfalen plante ver.di auch einen zweitägigen Warnstreik am Flughafen München. Dieser sollte am Donnerstag um 00:00 Uhr beginnen und bis Freitag um Mitternacht andauern. Betroffen waren neben den Bodenverkehrsdiensten auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Die Gewerkschaft betonte die Bedeutung dieser Arbeitnehmer für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Luftverkehrs, wies jedoch auf die zunehmende Arbeitsbelastung durch Personalmangel hin.
Hintergrund der Streiks war der Tarifkonflikt für Beschäftigte bei Bund und Kommunen. Die Gewerkschaft forderte eine Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 350 Euro mehr pro Monat, sowie höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Zudem verlangte ver.di drei zusätzliche freie Tage. Auch die zweite Entgeltrunde in Potsdam war ergebnislos zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft kritisierte die Haltung der Arbeitgeber als Verweigerung und betonte die daraus resultierenden Belastungen für die Beschäftigten, insbesondere an den Flughäfen Nordrhein-Westfalens. Die dritte Verhandlungsrunde war für den 14. März angesetzt.
