STOXX 600 beendet achtmonatige Gewinnserie wegen Nahostkonflikt
Der paneuropäische Leitindex verbucht im März einen Quartalsverlust – erstmals seit fünf Quartalen.

Der paneuropäische STOXX 600 notierte am Dienstagmorgen um 0,2 Prozent höher bei 581,92 Punkten. Dennoch steht der Index vor dem Ende einer bemerkenswerten achtmonatigen Gewinnserie. Im März verlor der Leitindex insgesamt 8,2 Prozent – der erste Quartalsverlust seit fünf Quartalen.
Auslöser der Turbulenzen ist der eskalierende Nahostkonflikt, der die globalen Öllieferketten erheblich störte. Der US-israelische Militärkonflikt mit dem Iran trieb die Ölpreise in die Höhe und belastete sowohl die Wachstums- als auch die Inflationserwartungen in Europa. Europäische Aktien waren noch zu Monatsbeginn nahe ihrer Rekordhochs gestartet, verloren dann aber bis zum Monatsende deutlich an Boden.
Etwas Erleichterung brachte ein Bericht des Wall Street Journals vom Dienstag. Demnach soll US-Präsident Donald Trump seinen Beratern signalisiert haben, er sei bereit, den Militäreinsatz gegen den Iran zu beenden – selbst wenn die strategisch wichtige Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleiben sollte. Diese Meldung hellte die Anlegerstimmung spürbar auf.
Inflationsdaten als nächster Stimmungstest
Im Tagesverlauf richten die Märkte ihren Blick auf die erste Schätzung der Verbraucherpreise in der Eurozone. Es handelt sich um die erste derartige Veröffentlichung seit Beginn des Golfkonflikts – entsprechend groß ist die Spannung unter Investoren, die damit die konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges einschätzen wollen.
Auf Sektorebene führten Finanzdienstleistungswerte mit einem Plus von 0,8 Prozent die Gewinnerliste an. Die übrigen Sektoren zeigten ein gemischtes Bild, blieben jedoch überwiegend im positiven Bereich.
Unilever plant milliardenschweren Deal mit McCormick
Für Gesprächsstoff sorgte auch eine Unternehmensmeldung von Unilever. Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern bestätigte, sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Zusammenlegung seines Lebensmittelgeschäfts mit dem US-Gewürzhersteller McCormick zu befinden. Das Geschäft soll Unilever rund 15,7 Milliarden US-Dollar in bar einbringen. Die Aktie reagierte positiv und legte um 0,7 Prozent zu.
