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Stoltenberg: NATO heute schwieriger zu führen als 2024

Der Ex-NATO-Chef warnt vor wachsenden Spannungen zwischen den USA und Europa und nennt Trumps Grönland-Ambitionen „inakzeptabel".

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Stoltenberg: NATO heute schwieriger zu führen als 2024

Der frühere NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die aktuelle Lage im transatlantischen Bündnis als ernster eingestuft als zum Zeitpunkt seines Ausscheidens im Jahr 2024. In einem Interview mit Bloomberg Newsmakers in Oslo erklärte er am Dienstag: „Ich bin heute nicht optimistischer als vor zwei Jahren; wenn überhaupt, hat sich die Lage in eine noch schlechtere Richtung entwickelt." Die Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten seien heute „schwieriger zu bewältigen" als zuvor.

Stoltenberg betonte dennoch, dass die zentrale Aufgabe der NATO unverändert sei: Nordamerika und Europa zusammenzuhalten. Gleichzeitig machte er deutlich, dass diese Geschlossenheit nicht um jeden Preis erkauft werden dürfe. „Ich glaube nach wie vor, dass es die Aufgabe ist, zu versuchen, Nordamerika und Europa zusammenzuhalten, aber es gibt Grenzen für das, was wir akzeptieren sollten", sagte er.

Grönland-Drohungen als rote Linie

Besonders deutlich wurde Stoltenberg beim Thema Grönland. Er bezeichnete es als „inakzeptabel", dass die USA Dänemark – einem NATO-Mitglied – mit Blick auf die Ambitionen von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme der dänischen Autonomieinsel drohen. Damit positioniert sich der erfahrene Diplomat klar gegen eine Politik, die das Fundament des Bündnisses – die gegenseitige Achtung der Souveränität – in Frage stellt.

Stoltenberg leitete die Nordatlantik-Vertragsorganisation von 2014 bis 2024 als Generalsekretär, wobei seine Amtszeit mehrfach verlängert wurde. Zuvor war er zweimal als norwegischer Ministerpräsident tätig. Seine Amtszeit an der NATO-Spitze fiel in eine der turbulentesten Phasen der europäischen Sicherheitsgeschichte seit dem Ende des Kalten Krieges.

Eine Dekade im Zeichen wachsender Bedrohungen

Während seiner zehnjährigen Amtszeit veränderte sich die Sicherheitslandschaft Europas grundlegend. Zunächst annektierte der russische Präsident Wladimir Putin die Krim und startete eine Invasion in der Ostukraine. Der Wendepunkt kam 2022 mit dem großangelegten russischen Angriff auf Kiew, der Europa in eine neue Ära der Verteidigungspolitik zwang.

Als Reaktion darauf koordinierte Stoltenberg die größte militärische Aufrüstung der NATO seit dem Kalten Krieg. Unter seiner Führung gelang es dem Bündnis zudem, Finnland und Schweden als neue Mitglieder aufzunehmen – ein historischer Schritt, der die geopolitische Karte Nordeuropas neu zeichnete und die NATO-Ostflanke erheblich stärkte.

Stoltenbergs Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen NATO-Mitglieder intensiv über ihre eigene Verteidigungsfähigkeit und die Verlässlichkeit der amerikanischen Sicherheitsgarantien debattieren. Seine Worte dürften in Brüssel, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten aufmerksam registriert werden.

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