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Steueranwalt im Cum-Ex-Skandal: Millionen verschwunden

Justiz klagt Ehefrau an, doch Vermögen bleibt unauffindbar

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Steueranwalt im Cum-Ex-Skandal: Millionen verschwunden

Hanno Berger, ein ehemaliger prominenter Steueranwalt, wurde wegen schwerer Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. Das Landgericht Bonn ordnete zudem die Rückzahlung von 13,7 Millionen Euro an, die Berger durch illegale Geschäfte erlangt hatte. Berger selbst betrachtet das Urteil als Justizskandal und erklärt, mittellos zu sein. Bei seiner Festnahme im Herbst 2023 wurden lediglich 200 Schweizer Franken und eine Goldmünze beschlagnahmt, ein Betrag von umgerechnet 500 Euro. Die restliche Summe bleibt verschwunden.

Um einen Teil des fehlenden Geldes zurückzuerlangen, hat das Land Nordrhein-Westfalen nun eine Zivilklage gegen Bergers Ehefrau Gabriele eingereicht. Sie lebt in Zuoz, einem kleinen Ort in der Schweiz, wohin Berger 2012 geflohen war. Die Klage fordert 300.000 Euro und stützt sich auf den Verdacht, Berger habe seiner Frau Vermögenswerte aus illegalen Geschäften übertragen. Die erste Verhandlung hierzu ist für den 10. Dezember 2024 angesetzt.

Berger war ein zentraler Akteur im sogenannten Cum-Ex-Skandal, einem Steuerbetrugssystem, bei dem Steuern mehrfach erstattet wurden. Neben den 13,7 Millionen Euro, die im Bonner Prozess verhandelt wurden, könnte Berger mit Cum-Ex-Deals weit höhere Summen erzielt haben. Sein ehemaliger Partner Kai-Uwe Steck gab an, rund 50 Millionen Euro mit diesen Geschäften verdient zu haben. Insider schätzen, dass Bergers Gewinn ähnlich hoch gewesen sein könnte. Trotzdem hat Berger bisher keinen Cent zurückgezahlt.

Zusätzlich zu dem Urteil aus Bonn gibt es ein weiteres Verfahren vor dem Landgericht Wiesbaden, das sich mit einem Geschäft zwischen Berger und dem Berliner Immobilienunternehmer Rafael Roth befasst. Auch dort wurde Berger zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und drei Monaten sowie der Einziehung von 1,1 Millionen Euro verurteilt. Dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. In anderen Fällen, wie dem der Münchener Fondsfirma Avana, stehen Prozesse noch aus.

Berichten zufolge soll Berger frühzeitig Maßnahmen ergriffen haben, um sein Vermögen vor dem Zugriff der Behörden zu schützen. Er habe sein Geld ins Ausland transferiert und möglicherweise in Form von Goldbarren gelagert. Im Jahr 2013 wurde in einem Trust, der Berger zugeordnet wird, ein Bestand von 302 Kilogramm Gold im Wert von rund zehn Millionen Euro festgestellt. Ob Berger diese Vermögenswerte kontrolliert, bleibt unklar.

Auch Angehörige wie seine Frau und sein Enkel Jonas Berger stehen im Fokus der Ermittlungen. Jonas Berger verteidigte seinen Großvater öffentlich und beschrieb ihn als Opfer eines Justizskandals. Die Ermittlungen gegen die Beteiligten dauern an, und die Rückgewinnung der veruntreuten Gelder bleibt unsicher.

Cum-Ex-SkandalFinanzenGerichtJustiz

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