Stellwerk-Brand bei Hannover verursacht Bahnchaos
Verspätungen, Ausfälle und zusätzlicher Schaden durch Unfall in Kleefeld

Ein Brand an einem Schaltkasten eines Stellwerks in Lehrte bei Hannover sorgt weiterhin für erhebliche Störungen im Bahnverkehr. Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen Fahrgäste auch heute mit Verspätungen und Ausfällen rechnen, insbesondere auf den wichtigen Fernverkehrsstrecken zwischen Hannover und Berlin sowie zwischen Hannover und Magdeburg. Die Bahn geht davon aus, dass die Einschränkungen mindestens bis zum Nachmittag andauern werden. Reisenden wird empfohlen, rund 25 Minuten zusätzliche Fahrzeit einzuplanen.
Im Regionalverkehr zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die enno-Linie RE30 zwischen Wolfsburg, Gifhorn und Hannover am Vormittag wieder regulär verkehrt, bleiben auf anderen Strecken die Probleme bestehen. So fahren zwischen Hannover und Hildesheim weiterhin keine Züge des Anbieters Erixx. Auch die Verbindung RE70 zwischen Hannover und Braunschweig ist von Ausfällen betroffen. Laut Transdev soll die S-Bahn-Linie S4 wieder planmäßig unterwegs sein, während Ersatzbusse auf Teilabschnitten der RE30 zum Einsatz kommen.
Die Brandursache an dem betroffenen Schaltkasten, der sich etwa zwei Kilometer vom Stellwerk in Lehrte entfernt befindet, ist nach wie vor unklar. Die Deutsche Bahn schließt nicht aus, dass der Schaden vorsätzlich verursacht wurde. Die Polizei betont jedoch, dass bislang keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Ermittler haben das beschädigte Gerät bereits ausgebaut und Spuren gesichert. Ein Ergebnis der Untersuchungen wird im Laufe des Tages erwartet. Die Ermittlungen führt die Landespolizei.
Auch im Fernverkehr bleibt die Situation angespannt. Betroffen sind insbesondere ICE- und IC-Verbindungen auf den Strecken Hannover-Wolfsburg-Berlin und Hannover-Magdeburg. In der Gegenrichtung hingegen gibt es kaum größere Beeinträchtigungen. Nach Angaben der Bahn fahren die Züge von Berlin nach Hannover überwiegend planmäßig, lediglich kleinere Verspätungen treten auf.
Für zusätzliche Probleme im Bahnverkehr sorgte ein Vorfall in Hannover-Kleefeld am späten Samstagabend. Ein 19-jähriger Autofahrer rammte mit seinem Wagen auf einer Brücke einen Betonpoller, der in der Folge auf die darunterliegende ICE-Strecke stürzte. Dabei wurde die Oberleitung beschädigt, ein ICE mit rund 900 Passagieren musste evakuiert werden. Der Fahrer stand nach Polizeiangaben unter Alkoholeinfluss und wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Gegen ihn wird nun wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.
