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Steigende Rohstoffpreise: Auswirkungen auf Nahrungsmittel

Der Zusammenhang zwischen Klimawandel, El Niño und den globalen Nahrungsmittelpreisen

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Steigende Rohstoffpreise: Auswirkungen auf Nahrungsmittel

In den letzten Monaten verzeichneten die Rohstoffmärkte in New York einen rapiden Anstieg der Preise für Orangensaft, Kakao und Zucker. Experten sind jedoch geteilter Meinung darüber, ob diese Entwicklungen auf den Klimawandel zurückzuführen sind und ob sie eine Nahrungsmittel-Inflation auslösen werden.

Laut Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest sind die Preise für Orangensaft, Kakao und Zucker in diesem Jahr erheblich gestiegen. Der Preisauftrieb betrug 66 Prozent für Orangensaft, 40 Prozent für Kakao und 35 Prozent für Zucker. Einige führen diese Entwicklungen auf den Klimawandel zurück. Zum Beispiel wird die thailändische Zuckerernte 2023/2024 aufgrund von anhaltender Dürre um 31 Prozent auf ein 17-Jahrestief geschätzt. Thailand ist der weltweit drittgrößte Zuckerproduzent.

Die Verbindung zwischen Klimawandel und steigenden Preisen für Agrarrohstoffe ist jedoch nicht überall so offensichtlich. Bei Orangensaft ist hauptsächlich die Krankheit "Citrus Greening" für den Preisanstieg verantwortlich, während hinter dem Anstieg des Zuckerpreises die gestiegene Nachfrage nach Bioethanol aufgrund steigender Ölpreise steht.

Obwohl einige fürchten, dass die Preiserhöhungen bei Kakao, Orangensaft und Zucker Vorboten einer breiten Nahrungsmittel-Inflation sein könnten, sind die Preise für Grundnahrungsmittel wie Sojabohnen, Weizen und Mais in diesem Jahr gesunken. Der Getreidepreisindex der Welternährungsorganisation (FAO) lag im August gut 14 Prozent unter dem Vorjahreswert, und der Preis für Mais erreichte den niedrigsten Stand seit September 2020.

Dennoch sind die niedrigeren Rohstoffpreise bisher nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden, was teilweise auf hohe Prozesskosten wie Löhne und Energie zurückzuführen ist. Ein weiterer Faktor ist, dass steigende Ölpreise die Kosten für den Transport und die Lebensmittelverarbeitung erhöhen.

Experten sind sich einig, dass das Wetterphänomen El Niño die Preise für Weizen und andere Agrarrohstoffe nach oben treiben wird. In acht der letzten elf El-Niño-Episoden seit den 1960er Jahren stieg der Weizenpreis in den darauffolgenden sechs Monaten im Durchschnitt um 14 Prozent.

Langfristig betrachtet hat der Klimawandel den Weizenanbau bisher nicht negativ beeinflusst, da wärmere Bedingungen für den Weizenanbau günstig sind, solange Dürren nicht überhand nehmen. Dennoch könnten die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsmittelpreise eine wichtige Rolle spielen.

KlimaschutzLebensmittelpreise

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