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Statistiker sagen: Deutsche Inflation sinkt stärker als erwartet auf 9,6%

Starker Rückgang, unterstützt durch Energiesubventionen, verschafft der EZB etwas Erleichterung in ihrem Kampf gegen den Preisanstieg

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Statistiker sagen: Deutsche Inflation sinkt stärker als erwartet auf 9,6%

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt vermeldet klingen wie Hohn für deutsche Verbraucher. Der Behörde zufolge habe sich die deutsche Inflation im Dezember stärker als erwartet verlangsamt und sei zum ersten Mal seit dem Sommer in den einstelligen Bereich gerutscht, was die Europäische Zentralbank in ihrem Kampf gegen den Preisanstieg entlasten würde. Die Verbraucherpreisinflation sei demnach letzten Monat auf 9,6 Prozent zurückgegangen und deutlich unter den 11,3 Prozent (November) gelegen. Als Grund wird unter anderen die Gaspreisbremse angeführt.

Die Realität spricht eine andere Sprache. Viele Lebensmittel im Supermarkt kosten schlicht doppelt so viel wie vor dem Preisanstieg, ebenso verdoppelt haben sich die Preise für Erdgas, für Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe. Das verschärft die Situation deutscher Verbraucher, die bereits bei der Euro-Einführung einen Real-Lohnverlust von knapp 50 Prozent verkraften mussten, mit steigenden Preisen in den zwei darauf folgenden Jahrzehnten. In 2022 stiegen die Tariflöhne gegenüber dem Vorjahr nur um durchschnittlich 2,7 Prozent, laut Daten des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Viele großen Medien nahmen die Meldung des Statistischen Bundesamtes zum Anlass, Lobeshymnen auf die Bundesregierung anzustimmen. Auch Analysten melden sich zu Wort, um die Menschen zu beruhigen, so Robin Brooks, Chefvolkswirt des Institute of International Finance, einer Fachorganisation für das globale Finanzwesen, der sagte, der Rückgang bedeute, dass „der Höhepunkt der EZB-Hawkishness hinter uns liegt“.

Und Carsten Brzeski, Ökonom bei der ING Bank: „Die Gesamtinflation in Deutschland scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben, und wenn es nicht zu einem weiteren starken Anstieg der Energiepreise kommt, sollten zweistellige Inflationszahlen für eine lange Zeit hinter uns liegen.“

Des Schönredens nicht müde wird auch der öffentlich rechtliche Rundfunk. Miriam Frank und Cezary Bazydło vermeldeten Ende September im MDR: „Eine Hyperinflation wie in den 1920er-Jahren droht uns nicht.“ Denn die Bundesbank rechne für 2023 mit einer Teuerungsrate von nur 6 Prozent. Den Elefanten im Raum, die Hyperinflation, benennt niemand – diese zeichnen Inflationsraten von 50% aus.

Nur wenige sehen die Gefahr. Vera Lengsfeld, ehemalige Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin publizierte unlängst: „Am Ende dieses politikgemachten Krisenjahres zeichnet sich deutlich ab, wohin die Reise geht: in die Mangelwirtschaft à la DDR.“

Auch Investorenlegende Michael Burry, der 2007 den Zusammenbruch des US-amerikanischen Immobilienmarkt voraussagte und als einziger darauf wettete, blickt düster auf 2023. Laut ihm ist der „Rückgang“ der Inflation nur vorläufig. Burry: „Wir haben den Tiefpunkt noch nicht erreicht.“

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