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Starlink nutzt Kundendaten für KI-Training vor geplantem Börsengang

SpaceX ändert Datenschutzrichtlinie – xAI-Fusion könnte Musk Zugriff auf Millionen Nutzerdaten verschaffen

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Starlink nutzt Kundendaten für KI-Training vor geplantem Börsengang

SpaceX hat die Datenschutzrichtlinie seines Satelliten-Internetdienstes Starlink grundlegend überarbeitet. Die am 15. Januar aktualisierte Richtlinie erlaubt dem Unternehmen erstmals, Kundendaten für das Training von KI-Modellen zu verwenden. Die Änderung erfolgt im Vorfeld eines für 2025 geplanten Börsengangs, der SpaceX eine Bewertung von über einer Billion US-Dollar einbringen könnte.

Laut der neuen Datenschutzrichtlinie dürfen Starlink-Daten "zum Training unserer Modelle für maschinelles Lernen oder künstliche Intelligenz" genutzt werden, sofern Nutzer nicht aktiv widersprechen. Die Daten können zudem mit Dienstleistern und "Drittpartnern" geteilt werden, ohne dass das Unternehmen weitere Details nennt. In der vorherigen Version vom November fehlte diese Formulierung noch vollständig.

Parallel zu dieser Änderung führt SpaceX nach Reuters-Informationen Gespräche über eine Fusion mit Elon Musks KI-Unternehmen xAI. Das mit 230 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen entwickelt den Chatbot Grok und gehört zum Musk-Imperium, zu dem auch die Social-Media-Plattform X zählt.

Umfangreiche Datensammlung wirft Fragen auf

Starlink sammelt umfassende Nutzerdaten, darunter Standortinformationen, Kreditkartendetails, Kontaktdaten und IP-Adressen. Besonders brisant: Auch sogenannte Kommunikationsdaten werden erfasst, zu denen Audio- und visuelle Informationen sowie Daten aus geteilten Dateien gehören. Die Richtlinie lässt offen, welche Daten konkret für das KI-Training verwendet werden sollen.

Mit über 9 Millionen Nutzern weltweit und einem Netzwerk von mehr als 9.000 Satelliten verfügt Starlink über einen enormen Datenschatz. "Es lässt mich definitiv aufhorchen und würde mich beunruhigen, wenn ich ein Starlink-Nutzer wäre", kommentiert Anupam Chander, Professor für Technologierecht an der Georgetown University.

Datenschutzexperten warnen vor den Risiken einer solchen Datennutzung. Die Verwendung persönlicher Informationen zum Trainieren von KI-Systemen könne die Überwachung ausweiten und neue Missbrauchsmöglichkeiten schaffen. "Oft gibt es völlig legitime Verwendungszwecke für Ihre Daten, aber es gibt keine klare Begrenzung dafür, für welche Art von Zwecken sie eingesetzt werden", so Chander.

Strategische Bedeutung für Musks KI-Ambitionen

Eine Fusion zwischen SpaceX und xAI würde Musks KI-Unternehmen Zugang zu riesigen neuen Datensätzen verschaffen. Gleichzeitig könnte SpaceX KI-gestützte Dienste deutlich schneller entwickeln. Als bereits wertvollstes privates Unternehmen der Welt steht SpaceX vor einem historischen Börsengang, der das Unternehmen in neue Dimensionen führen könnte.

SpaceX hat auf Anfragen von Reuters zu den Änderungen der Datenschutzrichtlinie nicht reagiert. Für deutsche Starlink-Nutzer stellt sich die Frage, ob und wie sie der Datennutzung widersprechen können und welche europäischen Datenschutzstandards dabei gelten.

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