Starboard Value erhöht Druck auf Tripadvisor mit Forderung nach Board-Umbau
Aktivistischer Investor hält über 9% und will Mehrheit im Verwaltungsrat besetzen

Der aktivistische Investor Starboard Value verschärft seinen Kurs gegenüber dem Reiseportal-Betreiber Tripadvisor. Die von Jeff Smith geführte Investmentfirma plant, eine Mehrheit der Sitze im achtköpfigen Verwaltungsrat zu besetzen, wie aus einem am Dienstagmorgen veröffentlichten Schreiben hervorgeht. Damit erhöht Starboard den Druck auf das Management deutlich.
Der Anteil von Starboard an Tripadvisor beläuft sich mittlerweile auf über 9 Prozent des Unternehmens. Die Investmentgesellschaft hatte ihre Beteiligung im vergangenen Jahr aufgebaut und fordert nun grundlegende Veränderungen in der Führungsstruktur. Das Wall Street Journal hatte bereits vorab über die Pläne des aktivistischen Investors berichtet.
Tripadvisor betreibt mit seiner gleichnamigen Marke eine der weltweit bekanntesten Plattformen für Hotelbewertungen und Reiseerlebnisse. Nutzer können dort Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten suchen, bewerten und vergleichen. Die Plattform hat sich als wichtige Entscheidungshilfe für Millionen Reisende etabliert.
Breites Portfolio im Reisesektor
Neben der Kernmarke Tripadvisor gehören weitere bedeutende Plattformen zum Konzern. Viator ermöglicht die Buchung von Touren und Aktivitäten am Reiseziel, während TheFork als Restaurant-Reservierungstool vor allem in Europa aktiv ist. Diese Diversifikation soll das Geschäftsmodell breiter aufstellen und zusätzliche Einnahmequellen erschließen.
Aktivistische Investoren wie Starboard Value sind bekannt dafür, gezielt Beteiligungen an Unternehmen aufzubauen, die aus ihrer Sicht unter ihrem Potenzial bleiben. Durch die Nominierung eigener Kandidaten für den Verwaltungsrat wollen sie direkten Einfluss auf die strategische Ausrichtung nehmen. Die geplante Board-Neubesetzung deutet darauf hin, dass Starboard grundlegende Änderungen in der Unternehmensstrategie anstrebt.
Die Aktie von Tripadvisor verzeichnete zuletzt einen Rückgang von 0,76 Prozent. Wie das Unternehmen auf die Forderungen von Starboard reagieren wird, bleibt abzuwarten. Für Anleger könnte die Auseinandersetzung zwischen Management und aktivistischem Investor in den kommenden Wochen für erhöhte Volatilität sorgen.
